GUGGENPRÄSENZ: Konfettischlacht um die Fasnachtsbilanz

Die Vereinigten Guggen St. Gallen fühlen sich zu Unrecht kritisiert. Am Samstagabend hätten sehr wohl einheimische Gruppen in der Altstadt gespielt. Schon 2019 soll deren Präsenz nochmals verstärkt werden.
Die Guggenmusik Virus aus Winkeln am Agugge am vergangenen Donnerstag. (Bild: Urs Bucher)

Die Guggenmusik Virus aus Winkeln am Agugge am vergangenen Donnerstag. (Bild: Urs Bucher)

Bei den Vereinigten Guggen St. Gallen ist Feuer im Dach. Sie haben gestern Montag mit dem Wunsch nach einer Gegendarstellung auf Aussagen des Fasnachtspräsidenten in einer Bilanz zu den diesjährigen närrischen Tagen reagiert. Bruno Bischof hatte darin beklagt, dass am Samstag zu wenig Stadtsanktgaller Guggen in der Altstadt unterwegs gewesen seien.

Wenn man das Gesamtbild und nicht einseitig nur einen Teil der Auftritte betrachte, sei diese Aussage nicht richtig, erklärt Nicolas Steiner, Sprecher der Vereinigten Guggen St. Gallen, auf Anfrage. Am Samstagabend seien im Zentrum sehr wohl auch Guggen aus der Stadt unterwegs gewesen. Neben der Schlössli-Gugge am Föbü-Umzug und im Waaghaus seien das kleinere Formationen gewesen. Sie zögen in der Altstadt vor allem von Beiz zu Beiz, tauchten also nicht auf den Bühnenplänen und an den Orten auf, die die Fasnachtsgesellschaft im Blick haben. Zu diesen Formationen zählen beispielsweise die Ad Hogg Gugge Rotmonten, die Gruppe Schutzblech, Bums-Fallera St. Gallen und auch die mit Jahrgang 1946 älteste noch existierende Gruppe der Stadt, die Guggemusig Sangalle (Kurz- und Kosename: Gumusaga).

Grössere Guggen hätten am Samstagabend ebenfalls im Stadtzentrum gespielt, hält Nicolas Steiner fest. Darunter seien die Gääser Moohüüler, die Näbelhusaren Bischofszell und die Möttelisounders gewesen. Teilweise gehörten sie auch zu den Mitgliedern der Ve­reinigten Guggen St. Gallen. Zudem habe der Dachverband der Guggerinnen und Gugger diese Auftritte auch organisiert und geplant. Insgesamt hätten die Guggen an diesem Fasnachtssamstag wieder «einen schönen Klangteppich» in die Altstadt gelegt, ist Nicolas Steiner überzeugt.

Guggen sind im eigenen Quartier stark engagiert

Der Samstag sei im Stadtzentrum tatsächlich der schwächste Tag für die Guggen, räumt der Sprecher der Vereinigten Guggen St. Gallen unumwunden ein. Das sei eben der Tag, an dem die städtischen Formationen viele Verpflichtungen in ihren Quartieren hätten. Dazu zählten Platzkonzerte, die Umzüge und Fasnachtsunterhaltungen für Kinder – und am Abend rufe etwa der Ohren-Ball in Bruggen.

Als Gugge stosse man da an Grenzen und müsse Prioritäten setzen, sagt Nicolas Steiner. Und es sei Ehrensache, die Verpflichtungen an der eigenen Quartierfasnacht zu erfüllen, weil man seine Wurzeln ja im eigenen Quartier habe. Und die aktivsten Fans und auch die treusten Sponsoren einer Gugge kämen oft aus dem Quartier. Auftritte an der Quartierfasnacht seien zudem immer auch beste Nachwuchswerbung.

Die Stadtsanktgaller Guggen sind sich des Dilemmas vom Fasnachtssamstag bewusst. Entsprechend habe man darüber auch schon diskutiert. Bereits für 2019 werden gemäss Nicolas Steiner Massnahmen eingeleitet, die die Vertretung einheimischer Guggen am Fasnachtssamstag im Stadtzentrum stärken sollen. Das wisse die Fasnachtsgesellschaft. Umso unverständlicher sei für die Vereinigten Guggen die Kritik im jetzigen Zeitpunkt. (vre)

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