GUGGENMUSIK: Es verstummt die Chindergugge

Daniela Stark war während sieben Jahren Vizepräsidentin und Helferin des Guggenmusikvereins für Kinder aus der Region. Nun nennt sie die Gründe, die zur Auflösung nach 13 Jahren geführt haben.

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Ein Bild vergangener Tage: Die Wanzätätscher in Aktion an einem Kindermaskenball der Region. (Bild: PD)

Ein Bild vergangener Tage: Die Wanzätätscher in Aktion an einem Kindermaskenball der Region. (Bild: PD)

Kaum eine Tradition ist landesweit so populär wie die Fasnacht. Nicht ohne Grund wird der Brauch, der vor Beginn der sechswöchigen, christlichen Fastenzeit gefeiert wird, als fünfte Jahreszeit bezeichnet. Ein Element, das mit dem bunten Treiben assoziiert wird, ist die Guggenmusik. Die wild geschmückten Guggen verzaubern Karnevalsgänger mit auf Blasinstrumenten gespielten Melodien, begleitet von treibenden Trommelrhythmen der Perkussionisten.

Daniela Stark war daran beteiligt, dass Kinder aus der Region Teil der Festlichkeiten sein konnten. Sie war während sieben Jahren Vizepräsidentin der Goldacher Chindergugge Wanzätät­scher. An der Hauptversammlung vom 20. Mai hat der Verein jedoch beschlossen, sich aufzulösen.

Durch eigene Kinder auf Verein gestossen

Bei Guggenmusikvereinen dürfen Kinder mitlaufen, sofern ihre Eltern Mitglieder sind. Um den Jungmusikern mehr Mitspracherecht zu verleihen, gründete man 2004 die Chindergugge, die unabhängig von den Dorfchüblern, der Goldacher Erwachsenengugge, an etlichen Maskenbällen und Umzügen auftrat. «Bei den Wanzätätscher konnten sie selbst musizieren und nicht einfach nur süss aussehen und mitmachen», sagt Stark. Sie selbst sei durch ihre beiden älteren Kinder, die damals schon seit drei Jahren dabei waren, zum Verein gestossen. «Als Vizepräsidentin war ich an der Organisation der Proben und Auftritte beteiligt, spielte jedoch kein Instrument. Das übernahmen die Kids.»

Trotzdem sei es jedes Jahr schwierig gewesen, genügend Mitglieder und helfende Eltern zu finden. Da in dieser Saison besonders viele Abgänge zu verzeichnen waren und die austretenden Kinder zu den Älteren gehörten, wurde beschlossen, den Verein nach 13 Jahren aufzulösen. Um weitermachen zu können, hätten Bläser, ein Obergugger und Erwachsene im Vorstand beziehungsweise im Begleitteam gefehlt. «Es ist schade, dass wir nicht mehr weitermachen können, denn ich kann auf eine strenge, aber schöne Zeit zurückblicken», sagt Stark. Das persönliche Highlight ihres Engagements sei die Feier des zehnjährigen Bestehens gewesen. Gemeinsam habe man im Tierli-Walter-Zoo in einem Tipizelt übernachtet. Im Namen der Gugge bedankt sie sich bei allen tatkräftigen Unterstützern.

Mattia Lorenzi

mattia.lorenzi@tagblatt.ch