GUGGENMUSIK: Auch mit Falten noch am rocken

Dieses Jahr musizieren die Faltäfäger das zehnte Mal an der Fasnacht. Die Gruppe hat ein stolzes Durchschnittsalter von 65 Jahren und behauptet deshalb, die älteste Guggenmusik der Schweiz zu sein.

Alain Rutishauser
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Die Faltäfäger in Vollmontur bei einer Demonstration ihres Repertoires in Rorschach. (Bild: PD)

Die Faltäfäger in Vollmontur bei einer Demonstration ihres Repertoires in Rorschach. (Bild: PD)

Alain Rutishauser

alain.rutishauser@tagblatt.ch

«Unser ältestes Mitglied ist 78 Jahre alt», verrät Helen Vogt Schöb, Mitglied der Faltäfäger. «Die Jüngste bei uns ist aber auch schon 55 Jahre alt. Damit sind wir wohl ziemlich die älteste Gugge vom Altersschnitt her.» Alle Mitglieder der Faltäfäger, bis auf ihren Mann Gregor Schöb, waren zuvor bei den Kornhus-Schränzer aus Rorschach dabei. «Dann waren wir aber irgendwann in einem Alter, in dem uns die vielen Konzerte etwas zu stressig wurden.» Kurz nach dem Austritt im Mai 2007 stellten die Befreundeten etwas eigenes auf die Beine, die Faltäfäger waren geboren. In den Anfängen war Gregor Schöb nur als Fotograf bei Auftritten dabei. Schnell kam aber die Idee, dass auch er musikalisch mitmischen könnte. «Warum nicht?», dachten wir uns. «Doch damit ich eintreten konnte, musste ich zuerst das Saxophon spielen lernen», gibt Gregor Schöb zu. «Die Kornhus-Schränzer haben sich schon vor längerer Zeit aufgelöst. Darum ist es doppelt schön, dass wir noch zusammen sind und als Gugge weiterhin Spass am Musizieren haben.»

Die langjährigen Freunde gehen den Fasnachtsstress nun aber etwas ruhiger an. «Wir haben drei fixe Konzerte im Jahr», sagt Schöb. Das wäre einmal die Cliquenfasnacht in Rorschach, diesen Samstag ein Auftritt in Tübach an der «Tübnacht» und zum Abschluss ein Konzert im «Schweizerhof». An der Cliquenfasnacht trat die Formation bereits sechsmal auf, in Tübach sei es nun der fünfte Auftritt als Faltäfäger.

Auftreten im Look der 20er-Jahre

Zu einer richtigen Gugge gehöre auch das passende Erscheinungsbild. Ganz neue Gewänder für die Faltäfäger zu nähen wäre aber ein ziemlicher Aufwand gewesen. «Wir suchten nach einer anderen Lösung. Dann hatten wir den Einfall, in Brockenhäusern passende Kleider und Gewänder zusammenzusuchen», erinnert sich Helen Vogt Schöb. «Wir sind alle alt, warum also nicht auch in alten Kleidern auftreten.» Nun tragen die Faltäfäger einen kunterbunten Mix aus Schottenröcken, Fliege, knalligen Kopfbedeckungen und Anzügen im Stile der Blues Brothers. Kunterbunt ist auch ihre Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen. «Wir spielen Schlager, Rock und auch Pop», zählt Gregor Schöb auf. «Seit August proben wir für die diesjährige Fasnacht und haben einige neue Songs ins Repertoire aufgenommen, beispielsweise ‹Griechischer Wein› von Udo Jürgens.» Die Faltäfäger machen aber nicht nur Musik zusammen, sondern treffen sich auch zum Golf oder Tennis. «Nach 60 fängt das Leben doch erst richtig an, das muss man zusammen geniessen.»

Hinweis

«Tübnacht», Samstag, 11. Februar, ab 20 Uhr, «Landhaus», «Löwen», «Sonne».