Gülleunfall verlief glimpflich

Hunderte Kubikmeter Gülle sind Anfang Woche ausgelaufen. Der Vorfall ging glimpflich aus, dennoch stehen die Andwiler Trinkwasserpumpen bis auf weiteres still.

Johannes Wey
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Das Pumpwerk Säge befindet sich in unmittelbarer Nähe des Güllelecks und ist derzeit ausser Betrieb. (Bild: Benjamin Manser)

Das Pumpwerk Säge befindet sich in unmittelbarer Nähe des Güllelecks und ist derzeit ausser Betrieb. (Bild: Benjamin Manser)

Johannes Wey

johannes.wey@tagblatt.ch

Das hätte schlimme Folgen haben können: Am Dienstag sind auf einem Bauernhof im Gebiet Chueweid mehrere hundert Kubikmeter Gülle ausgelaufen und in den Andwiler Bach gelangt. Die Feuerwehr musste eine Bachsperre errichten und das Gewässer spülen (Tagblatt vom Mittwoch).

Seither steht der betroffene Abschnitt des Bachs unter Beobachtung der kantonalen Ämter. «Wir gehen davon aus, dass für die Natur keine Gefahr mehr besteht», sagt Kantonspolizeisprecher Florian Schneider auf Anfrage. Der Bachabschnitt, der bis zum Pumpwerk Säge reicht, sei gereinigt worden. «So wie es aussieht, wurde das verschmutzte Wasser gut verdünnt.» Die Bachsperre wurde wieder entfernt. Gülleunfälle hatten in den vergangenen Jahren regelmässig Massensterben von Fischen und Krebsen ausgelöst, so geschehen etwa im September 2015 im Möslenwisbach in Waldkirch.

Nach heutigen Erkenntnissen sei die Gülle beim Umpumpen von einem ins andere Reservoir durch einen nicht geschlossenen Schieber ausgelaufen. Das Überlaufbecken sei vollgelaufen, worauf die Gülle in den Bach gelangte. «Ob ein technischer Defekt oder menschliches Fehlverhalten Schuld sind, wird noch abgeklärt», sagt Schneider.

Wasser kommt bis auf weiteres aus Gossau

«Wir sind froh, dass der Vorfall glimpflich abgelaufen ist», sagt Markus Baer, der Leiter der Gossauer Stadtwerke. Nachdem die Verschmutzung bekannt geworden war, seien der Bereichsleiter Trinkwasser und der Brunnenmeister binnen einer Viertelstunde vor Ort gewesen. Alle drei Pumpwerke der Wasserversorgung Andwil-Arnegg wurden bis auf weiteres abgeschaltet. Die Trinkwasserversorgung in den beiden Dörfern erfolgt derzeit komplett über das Gossauer Netz. «In beiden Dörfern war das Trinkwasser jederzeit einwandfrei», sagt Baer. Die Gülle sei an der Oberfläche ausgetreten und in der kurzen Zeit nicht in Quellen, das Grundwasser oder das Leitungssystem gelangt.

Situation wird rund zwei Wochen beobachtet

Laut Baer bleiben die Pumpen der Wasserversorgung Andwil-Arnegg möglicherweise noch eine Woche ausser Betrieb. In dieser Zeit werden vom kantonalen Lebensmittelinspektorat Proben genommen, um die Wasserqualität zu prüfen. «Das ist das Standardvorgehen in solchen Fällen», sagt Baer. Die Gossauer Stadtwerke beliefern die Wasserversorgung Andwil-Arnegg ohnehin das ganze Jahr über mit Bodenseewasser. Normalerweise sind das in trockenen Zeiten bis zu 50 Prozent, wenn die lokalen Quellen und das Grundwasser genug hergeben im Schnitt zehn Prozent. Im Rahmen der Notwasserversorgung bleiben es nun noch ein paar Tage 100 Prozent.