Grünliberale bedauern Nein zu Kleinkraftwerk

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Energie Der St. Galler Stadtrat liess den Bau eines Kleinkraftwerkes in der Mülenenschlucht prüfen. Er erteilte dem Projekt vergangene Woche eine Absage. Der Grund: Fehlende Wirtschaftlichkeit (siehe «Tagblatt» vom 30. Juni).

Die Grünliberalen der Stadt bedauern den Entscheid, wie sie in einem Communiqué mitteilten. Die Partei habe Verständnis, dass neben ökologischen, gesellschaftlichen und städtebaulichen Aspekten die wirtschaftliche Nachhaltigkeit bei so einem Projekt von Bedeutung sei. Man müsse aber im Blick behalten, dass die Rahmenbedingungen zügig ändern könnten und jedes nichtrealisierte Projekt die Dringlichkeit von Alternativen zur Energiewende vergrössere.

Standort in der Schlucht mit viel Potenzial

Richtigerweise verfolge die Stadt mit dem Energiekonzept 2050 einen ganzheitlichen Ansatz, schreiben die Grünliberalen weiter. Dieser betrachte die bedeutenden Bereiche wie Wärme, Elektrizität und Mobilität einzeln, berücksichtige aber auch ihre gegenseitigen Wechselwirkungen. Das Konzept definiere 150 Massnahmen, um die städtische Energieversorgung zukunftsfähig umzubauen. Zwei dieser Massnahmen seien Kleinwasserkraftwerke auf Stadt­gebiet, rufen die Grünliberalen in Erinnerung. Eines davon sei in der Mülenenschlucht vorge­sehen gewesen. Es hätte die 70 Meter Höhenunterschied zwischen Berg- und der Talstation der Mühleggbahn zur Produktion von jährlich 300 000 Kilowattstunden Strom nutzen sollen.

Aus Sicht der Grünliberalen bietet der Standort in der Mü­lenenschlucht Potenzial für die verträgliche Erschliessung einer nachhaltigen Energiequelle. Energiestrategisch hätte ein derartiges Projekt Leuchtturmcharakter, ist zu lesen. Zudem wäre der Zeitpunkt günstig gewesen, um mit der Sanierung des Mühl­eggbahntunnels Synergien mit der gleichzeitigen Erstellung des Kleinwasserkraftwerkes zu nutzen, bedauert die GLP den Verzicht. (dwi)