Grünes Licht für neue Route

BISCHOFSZELL/NIEDERBÜREN. Beim Huserfelsen ist der Thurwanderweg seit über einem Jahr gesperrt. Schuld daran tragen Unwetterschäden. Da eine durchgehende Verbindung auch im Interesse der Stadt Bischofszell liegt, beteiligt sie sich an den Neubaukosten.

Georg Stelzner
Drucken
Teilen
Auf dem schadhaften alten Weg: Josef Mattle (Stadtammann von Bischofszell), Ingenieur Georg Ackermann und Niederbürens Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein (von links). (Bild: Georg Stelzner)

Auf dem schadhaften alten Weg: Josef Mattle (Stadtammann von Bischofszell), Ingenieur Georg Ackermann und Niederbürens Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein (von links). (Bild: Georg Stelzner)

Die Wanderwegverbindung zwischen Niederbüren und Bischofszell ist nicht das erste Mal unterbrochen. «Am Huserfelsen ist es immer wieder zu Unwetterschäden gekommen, zuletzt in immer kürzeren Zeitabständen», sagt Niklaus Hollenstein. Der Gemeindepräsident von Niederbüren erinnert an entsprechende Vorfälle in den Jahren 2003, 2007 und 2009. Beim Unwetter vom 19. Juni 2010 sei ein ganzer Abschnitt des Wanderweges abgerutscht, was eine Sperrung erforderlich gemacht habe.

Länger, aber auch sicherer

Die Hoffnung, den Weg bis zu Beginn der diesjährigen Wandersaison wieder instand stellen zu können, erfüllte sich nicht. Die Probleme waren grösser als angenommen. So musste man vom Vorhaben, die Route mehr oder weniger beizubehalten, wieder Abstand nehmen, wie Georg Ackermann, der zuständige Ingenieur, erklärt: «Ein Fachmann hat uns aufgrund der geologischen Verhältnisse abgeraten, die Stelle des Hangrutsches mit einer Brücke überwinden zu wollen.»

In der Folge seien daher verschiedene Varianten geprüft worden. Dabei habe sich eine Linienführung über den Huserfelsen, der mit Hilfe von Treppen bezwungen wird, als beste Lösung herauskristallisiert. Laut Ackermann verlängert sich die Wegstrecke dadurch um 150 Meter.

Mehrere Bewilligungen nötig

Niederbürens Gemeindepräsident verweist darauf, dass die Wegumlegung zeitraubende Verfahren in Gang gesetzt habe. Fischerei-, naturschutz- und forstrechtliche Bewilligungen seien ebenso nötig gewesen wie eine wasserbaurechtliche Sondernutzungsbewilligung für den geplanten Steg über ein Biotop. Zudem hätten ein Teilstrassenplan sowie diverse Anpassungen im Detailplan «Fuss- und Wanderwege» genehmigt werden müssen. Anerkennend äussert sich Hollenstein über die gute Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern und dem Kanton. Den Aufwand für die Instandstellung und Umlegung des Weges beziffert er mit 500 000 Franken. Der Beitrag des Kantons St. Gallen falle mit 75 Prozent hoch aus, räumt Hollenstein ein.

Für die verbleibenden Kosten muss Niederbüren nicht alleine aufkommen. Bischofszell hat sich bereit erklärt, der Nachbargemeinde finanziell unter die Arme zu greifen. Nicht aus purem Goodwill, sondern durchaus aus Eigeninteresse, wie Josef Mattle erklärt. «Dieser Wanderweg hat für Bischofszell als touristische Destination einen hohen Stellenwert», argumentiert der Stadtammann. Die Kantonsgrenze dürfe einer Kooperation in der Region nicht im Wege stehen, betont er.

Bis Ende Jahr fertig

Die Bauarbeiten beginnen kommende Woche und sollten noch vor Ablauf dieses Jahres abgeschlossen werden können. Bis zum Bauende bleibt der Durchgang beim Huserfelsen gesperrt, eine Umleitung ist signalisiert. Die starken Spannungen auf dem Drahtseil der alten Wegführung im Felsabschnitt über der Thur zeigten, dass weitere Rutschungen zu erwarten seien. Der Abbruch der Installationen auf der gesperrten Route soll Anfang September im Rahmen einer Zivilschutzübung erfolgen. Der bisherige Weg wird renaturiert und ist künftig von niemandem mehr begehbar.

Aktuelle Nachrichten