Grünes Licht für Fischereizentrum

Neuer Anlauf für kantonales Fischereizentrum im St. Galler Kantonsrat: Die vorberatende Kommission befürwortet die überarbeitete Vorlage mit Kosteneinsparungen und bestätigt den Standort eines Neubaus in Steinach.

Marcel Elsener
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Fischereiaufseher Fredi Fehr – hier beim Einsatz von jungen Nasen – hofft, dass das Fischereizentrum die letzte Hürde überwindet. (Bild: Luca Linder)

Fischereiaufseher Fredi Fehr – hier beim Einsatz von jungen Nasen – hofft, dass das Fischereizentrum die letzte Hürde überwindet. (Bild: Luca Linder)

STEINACH. In zwei Wochen gilt es nochmals ernst für das Fischereizentrum: In der Septembersession behandelt der St. Galler Kantonsrat die überarbeitete Vorlage, in der die Regierung den Standort und die Notwendigkeit des Neubaus in Steinach besser begründet und die Kosten um gut zwei Millionen Franken reduziert hat (Ausgabe vom 24. Mai, auch online). Diese war nötig geworden, nachdem der im Herbst gutgeheissene Neubau eines Fischereizentrums im Februar an einer einzigen Stimme in der Schlussabstimmung gescheitert war – ein «Betriebsunfall», der viel Kopfschütteln, ja Entsetzen und Zorn verursachte.

Kredit bleibt umstritten

Nun hat die vorberatende Kommission unter Leitung von Peter Boppart (CVP) die neue Vorlage intensiv beraten. Und sie gibt grünes Licht: Die 15köpfige Kommission befürwortet den Neubau mit zwei Gegenstimmen, wie sie mitteilt. In einer «guten, sehr offen geführten» Diskussion sei die Fischzuchtanlage unbestritten gewesen, erklärt Boppart, doch fragten sich weiterhin manche Kantonsräte, wie viele Mittel dafür notwendig seien. Die Kommission hat die Einsparung von 1,85 Millionen Franken gegenüber der früheren Vorlage «positiv zur Kenntnis genommen» und beantragt dem Kantonsrat, den Kredit von 10,95 Millionen gutzuheissen. Trotzdem gab es «verschiedene Anträge zur Kürzung des Kredites», die allesamt, wenn auch teilweise nur knapp, verworfen wurden.

Demnach erwartet Boppart in der Session mehrere Anträge für weitere Kosteneinsparungen seitens der Kritiker der Vorlage.

Steinach als Standort bestätigt

Die Kommission befasste sich im Detail noch einmal mit den im Vorfeld diskutierten Standorten in Steinach, Goldach und Horn. Dabei kommt sie zum Schluss, dass Steinach «betrieblich wie wirtschaftlich die beste Variante» sei. Zwar liege das Grundstück nicht direkt am See, aber in unmittelbarer Nähe. Und der für die Fischzucht attraktive Standort werde, weil direkt an der Hauptstrasse, «auch von der Öffentlichkeit sehr gut wahrgenommen». Für Steinach spricht auch das gemeinsame Seewasserpumpwerk mit der Firma Tesog, das «eine optimale Win-win-Situation» verspreche. Die Firma beteiligt sich an den Kosten der Anlageteile hälftig mit einer Million Franken. Zudem spart der Kanton Betriebskosten von jährlich 120 000 Franken gegenüber anderen Lösungen.

Auf Details der Anträge auf Kreditkürzungen kann Boppart als Kommissionspräsident keine Auskunft geben. Er betont jedoch, dass weitere Einsparungen punkto Landkauf, Seewasserpumpwerk und Technik nicht vorstellbar seien. Die drei Millionen für technische Einrichtungen habe man sich von Fachleuten erklären lassen; Vorarlberg lasse sich die Anlage in Hard ähnlich viel kosten. Streiten liesse sich allenfalls über die Grösse der Gebäude respektive der Räume – da hat allerdings die Regierung bereits eingespart.

In der Vorlage seien die Kritikpunkte «wirklich berücksichtigt» worden, sagt Boppart. Er hofft, dass sie von den Gegnern «ohne Gesichtserfolg» befürwortet werden könne. Wenn der Kantonsrat den Kredit gutheisst, könnte der Neubau 2016 bezogen werden.

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