Grünes Licht auf weisser Wiese

UNTEREGGEN. Spatenstich im Winter, Zügeltermin im Herbst: An der Quellenstrasse in Untereggen entsteht ein Mehrfamilienhaus mit sechs Mietwohnungen auf drei Etagen. Etwa drei Millionen Franken wird der Bau kosten. Bauherrin ist die Gemeinde.

Marianne Bargagna
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Spatenstich im Schnee: Gestern gab der Gemeinderat Untereggen grünes Licht für den Bau des Mehrfamilienhauses an der Quellenstrasse. (Bild: Rudolf Hirtl)

Spatenstich im Schnee: Gestern gab der Gemeinderat Untereggen grünes Licht für den Bau des Mehrfamilienhauses an der Quellenstrasse. (Bild: Rudolf Hirtl)

Soll die Gemeinde ein Mehrfamilienhaus mit Mietwohnungen bauen? Ja sagten die Unteregger Ende April an der Urne – wenn auch knapp mit 179 Ja- gegen 163 Nein-Stimmen. Damals sagte Gemeindepräsident Roger Böni auch, dass Baubeginn nach den Sommerferien sein könnte. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Denn: «Wir wollten die Planung gut durchdenken.»

Schnee schaufeln

Gestern fand der Spatenstich statt. Eigentlich war es eher ein Schneeschaufeln. Denn das Baugrundstück liegt unter einer dicken Schneedecke. Kein Wunder also, wird der Aushub nicht in diesen Tagen vollbracht. Auch wenn der bereitstehende Bagger gestern bereits ein kleines Stück Erdreich aushob. Gemäss Architekt und Bauführer Ivo Spirig wird das Mehrfamilienhaus ab Ende September des kommenden Jahres bezugsbereit sein. Ab dann können Familien in vier Vier- und zwei Fünfeinhalb-Zimmer-Wohnungen, verteilt auf zwei Geschosse und das Dachgeschoss, einziehen. Im Untergeschoss werden Kellerabteile, sechs Garagen, ein Veloraum und zwei Waschküchen untergebracht. Das Haus werde nur so hoch gebaut, dass die Einfamilienhäuser an der Oberwiesstrasse auch in Zukunft Seesicht geniessen könnten, sagte Böni. Die Familienwohnungen kommen direkt neben den Seniorenwohnungen zu stehen. Für Böni eine gute Kombination: «So ist die ältere Generation nicht abgeschottet. Im Gegenteil. Sie wohnt an bester Lage inmitten der heranwachsenden Generation.»

Luxus hat keinen Platz

Einfach und preiswert werden die Wohnungen sein, sagt Böni. Und: «Die Qualität der Baute soll gut sein, Luxus wird aber keinen Platz haben.»

Warum aber tritt die Gemeinde als Bauherrin von Mietwohnungen auf? Da die Gemeinde auf ihrer fünfjährigen Suche nach einem Investor erfolglos geblieben ist und Mietwohnungen in Untereggen Mangelware sind, nahm sie das Heft selbst in die Hand, auch im Wissen darum, «dass der Bau von Mietwohnungen keine Kernkompetenz einer politischen Gemeinde ist», sagt Roger Böni.

«Eine grössere Geschichte»

3,14 Millionen Franken wird das Mehrfamilienhaus kosten. «Für unsere Gemeinde ist dieses Bauvorhaben eine grössere Geschichte», stellt Böni fest. Eine Geschichte, die so schnell kein Ende finden wird, denn «die Gemeinde wird das Haus langfristig behalten» – und damit auch bewirtschaften. Die voraussichtlichen Mietzinse berechnete der Gemeinderat im Frühjahr mit 1650 Franken für eine Viereinhalb- und etwa 1800 Franken für eine Fünfeinhalb-Zimmer-Wohnung. Mieten, die für einige Unteregger zu hoch sind. Mieten aber auch, die nicht in Stein gemeisselt seien, wie Böni nach der Abstimmung betonte. Sollte es bei den Arbeitsvergaben zu Kostenunterschreitungen kommen, liessen sich die Preise anpassen.

Gestern beim Spatenstich, als Roger Böni auf der weissen Wiese grünes Licht gab für den Bau des Mehrfamilienhauses, war verständlicherweise noch ungewiss, ob es zu Kostenunterschreitungen kommen wird.

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