Grüne will Stadt zur Vorreiterin machen

Sie macht sich seit Jahren stark für ihr Quartier. Die «überzeugte» Grüne Ingrid Jacober ist Vizepräsidentin des Quartiervereins Tschudiwies-Centrum und im Vorstand der Partei.

Christoph Renn
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Bild: Christoph Renn

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Sie macht sich seit Jahren stark für ihr Quartier. Die «überzeugte» Grüne Ingrid Jacober ist Vizepräsidentin des Quartiervereins Tschudiwies-Centrum und im Vorstand der Partei. Sie setzt sich seit Jahren gegen die Schliessung des Schulhauses Tschudiwies ein, das überlebenswichtig für das Quartier sei. «Ohne Schulhaus Tschudiwies sind wir nicht familienfreundlich. Als Konsequenz ziehen Leute weg vom Stadtzentrum.» Und genau das ist das Kernanliegen, das Ingrid Jacober auch im Stadtparlament vertreten möchte: «Das St. Galler Stadtzentrum soll als Wohn- und Lebensraum attraktiv bleiben, auch für Familien. Die Stadt der kurzen Wege soll schon für die Kleinsten erlebbar werden.» Neben dem Erhalt von Quartierschulhäusern soll der Langsamverkehr gefördert werden. «Natürlich ist für eine Stadt eine gesunde Wirtschaft und ein gutes Strassennetz wichtig, aber es kann nicht sein, dass Leute deswegen aus der St. Galler Stadtmitte vertrieben werden.»

Die leidenschaftliche Weieren–Schwimmerin und Velofahrerin kandidiert bereits zum zweitenmal für das Stadtparlament. Nun, da ihr Sohn etwas älter ist, sei «die Zeit reif, einen Sitz im Stadtparlament zu erobern». Mit Jacober – sie feiert heute ihren 48. Geburtstag – soll die Stadt dank innovativen Projekten grüner und umweltverträglicher werden. So könne die Stadt beispielsweise mit der Förderung moderner Sanitär- und Recyclinganlagen Wasser sparen. «Die Stadt St. Gallen könnte Vorreiterin bei der Abwassertrennung werden.»

Die gebürtige Appenzellerin und gelernte Schriftsetzerin hat im Alter von 30 Jahren die Ausbildung zur Sozialarbeiterin gemacht und anschliessend sieben Jahre die Jugendinformation tipp in St. Gallen geleitet. «In dieser Zeit habe ich erfahren, wie Jugendliche die Stadt erleben.» Heute arbeitet Jacober bei einer städtischen Tagesbetreuung. Durch ihre beruflichen Tätigkeiten habe sie vieles über die Bedürfnisse von Stadtkindern und ihren Eltern gelernt – nicht zuletzt aus eigener Erfahrung als Mutter.