Grossstädter in der Provinz

In der Oberstufe Waldkirch gibt es momentan einige neue Gesichter. 16 Schüler beteiligen sich an einem Austausch mit einer Partnerschule in Genf. Das Angebot soll wiederholt werden.

Manuela Bruhin
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Die Schüler-«Tandems» mit Schulleiter Raphael Frei (links). (Bild: Manuela Bruhin)

Die Schüler-«Tandems» mit Schulleiter Raphael Frei (links). (Bild: Manuela Bruhin)

WALDKIRCH. «Super!» «Spannend!» Vereinzelt auch: «Die Verständigung war gar nicht so einfach.» So lauten die ersten Rückmeldungen der Schüler der Oberstufe Waldkirch, die sich am Austausch beteiligt haben. 8 der insgesamt 16 Jugendlichen besuchten vergangene Woche den Unterricht in einer Partnerschule nahe Genf. Untergebracht waren sie bei Familien, die ihre Kinder ebenfalls eine Woche nach Waldkirch schicken werden. Je ein Waldkircher und Genfer Schüler bilden dabei ein «Tandem». Vergangenen Dienstag fand der grosse Wechsel statt: Acht Genfer Schüler werden mit ihren Tandem-Partnern die Woche in Waldkirch verbringen.

Harmonische Zusammenarbeit

Die Kooperation mit der Genfer Partnerschule sei bisher sehr gut verlaufen, wie Schulleiter Raphael Frei erklärt. «Das Interesse am Austausch war bereits im Vorfeld sehr gross», sagt er. Die Zusammenarbeit zwischen dem Waldkircher Klassenlehrer Bruno Günter und der zuständigen Genfer Lehrperson Antije Schmitt habe sich trotz der grossen räumlichen Distanz als unkompliziert erwiesen. Die Genfer Jugendlichen hätten sich gut aufgehoben gefühlt. Auch dem Unterricht, der wie üblich in Deutsch abgehalten wurde, konnten sie folgen. Zumindest meistens. «So durften auch die Mathelehrpersonen bei Problemen für einmal ihre Französischkenntnisse preisgeben», sagt Frei lachend. Die harmonische Zusammenarbeit beschränkte sich jedoch nicht nur auf den Unterricht – bei der Freizeitgestaltung war der Zusammenhalt ebenfalls spürbar. So besuchten die Schüler zusammen den Walter-Zoo oder gingen am Wochenende Schlittschuh laufen.

Lehrer- und Schülerstreik

Die Unterschiede zwischen den Schulen sind nicht nur sprachliche: Immerhin besuchen die Genfer Schule rund 800 Schüler, in Waldkirch sind es gerade einmal rund 130. Ein weiteres Ereignis sorgte bei den Beteiligten für Gesprächsstoff: Just in den Tagen, in denen die Waldkircher am Genfer Unterricht teilnehmen sollten, streikten wegen geplanter Sparmassnahmen zuerst die Lehrpersonen, dann die Schüler. «Auch hier erwies sich die Zusammenarbeit mit dem Genfer Bildungsdepartement und den dortigen Lehrpersonen als Glücksfall», so Frei. Denn schulfrei gab es für die Waldkircher nicht, sie wurden trotz allem beschäftigt. Da der erste Schüleraustausch so reibungslos verlaufen ist, soll das Angebot in der Oberstufe Waldkirch künftig fest verankert werden. Interesse daran besteht auch in Genf.

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