Grossprojekt entsteht 18 Mal

Holz oder Beton? Flach- oder Giebeldach? Diese und andere Fragen beschäftigen derzeit 18 Architekturbüros. Für das neue Alters- und Pflegezentrum in Mörschwil gibt es aber auch Vorgaben. Eine Kindertagesstätte beispielsweise.

Martina Kaiser
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Versprochen ist versprochen: Voraussichtlich im Frühling 2015 erhalten Betagte und Pflegebedürftige ein neues Zuhause auf der Burgerwiese. (Bild: Ralph Ribi)

Versprochen ist versprochen: Voraussichtlich im Frühling 2015 erhalten Betagte und Pflegebedürftige ein neues Zuhause auf der Burgerwiese. (Bild: Ralph Ribi)

Mörschwil. Der Gemeinderat hat der Bevölkerung vor Jahren ein Versprechen abgegeben. Sobald die neue Dreifachsporthalle steht, will er sich für die Betagten und Pflegebedürftigen in der Gemeinde einsetzen. Versprochen ist versprochen: Die Sporthalle ist gebaut, der Architekturwettbewerb für ein neues Alters- und Pflegezentrum gestartet.

55 Zimmer, 6 Wohnungen

18 Architekturbüros aus dem In- und Ausland haben nun bis Mitte November Zeit, sich den Kopf darüber zu zerbrechen,

wie das neue Zuhause der älteren Bevölkerung auf der 5129 Quadratmeter grossen Burgerwiese aussehen soll. Zahlreiche Vorgaben werden ihnen die Planung des 20-Millionen-Projekts vereinfachen. So zum Beispiel die Anzahl Räume: Insgesamt sollen 55 Zimmer und 6 betreute Wohnungen zwischen 65 und 100 Quadratmetern mit dreieinhalb und zweieinhalb Zimmern entstehen.

Vorgesehen sind zudem eine Arztpraxis, ein Restaurant mit Café, ein Andachtsraum, ein Coiffeur- und Beautysalon sowie ein Mehrzweckraum.

Ein endloser Weg

Und eine Kindertagesstätte. Es wäre die erste im Dorf. Und sie scheint ein Bedürfnis zu sein: Ein Drittel der Kinder vom «Spielhuus Schnäggli» in St. Gallen kommen aus Mörschwil.

Allerdings ist noch offen, ob eine Kindertagesstätte nach der Planungsphase auch tatsächlich realisiert wird (Tagblatt vom 18. September).

Definitiv realisiert werden soll aber ein Demenzgarten. Ein endloser Weg wird helfen, den Bewegungsdrang der Demenzkranken zu befriedigen. Im Garten gepflanzt werden heimische Blumen, Sträucher und Bäume, welche die Bewohnerinnen und Bewohner von früher her kennen, die ihnen vertraut sind.

Ebenfalls im Freien sind sechs Besucherparkplätze vorgesehen, 40 weitere werden in einer Tiefgarage realisiert. Erschlossen wird das geplante Alters- und Pflegezentrum von der Burgerstrasse.

Di Gallo und Roth in der Jury

Gemeindepräsident Paul Bühler ist gespannt auf die Ideen der Architekturbüros: «Es ist schon erstaunlich. Obwohl die Wettbewerbsvorgaben relativ detailliert sind, erhalten wir bei solchen Architekturwettbewerben jeweils grundverschiedene Projekte.» Er selbst wird im Preisgericht sitzen.

Unterstützt wird er nebst Gemeinderatskollegen und Architekten auch vom Mörschwiler Facharzt David Roth, der die Arztpraxis übernehmen wird, sowie von Peter di Gallo, dem künftigen Leiter des neuen Alters- und Pflegezentrums.

Die Architekturbüros müssen ihre Unterlagen bis am 19. November, die fertigen Modelle bis am 3. Dezember beim Wettbewerbsbüro abgeben. Im kommenden Januar soll das Siegerprojekt feststehen.

Der Projektierungskredit soll an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung vor den Sommerferien 2011 eingeholt werden, der Baukredit an der Bürgerversammlung im März 2012. Verläuft alles planmässig, könnte im darauffolgenden Herbst mit dem Bau des Alters- und Pflegezentrums begonnen werden. Im Frühling 2015 wäre das Heim bezugsbereit.

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