Grosse Schriftsteller aus Grub

Grub als Zentrum der Schweizer Literatur: Der Autor Werner Bucher erinnert an die Schriftsteller Robert Walser, Ludwig Hohl, Friedrich Glauser und Walter Züst.

Merken
Drucken
Teilen
Schriftsteller Friedrich Glauser mit seiner Freundin Berthe Bendel. (Bild: Peter Eggenberger)

Schriftsteller Friedrich Glauser mit seiner Freundin Berthe Bendel. (Bild: Peter Eggenberger)

Grub. «Das kleine Grub ist ein grosses Zentrum der Schweizer Literatur», stellt Werner Bucher in der neuen Ausgabe der Schweizer Literaturzeitschrift «Orte» vom Orte-Verlag, Oberegg, fest.

«Hügel und Waldwiesen»

Der bekannte, in der Herisauer Heil- und Pflegeanstalt verstorbene Autor Robert Walser (1878– 1956) war Bürger von Grub. Werner Bucher: «Ich weiss nicht, ob Walser je einmal in Grub war. In seinem Bürgerort aber hätte er zweifellos immer wieder begrünte Hügel, herrliche Waldwiesen oder die von ihm so heissgeliebten Bauernwirtschaften entdecken können…»

Ebenfalls Bürger von Grub war Ludwig Hohl (1904–1980). Geboren im glarnerischen Netstal, lebte er Jahrzehnte in Genf. Hier entstanden seine berühmten «Notizen», und sein Leben wurde auch in einem Film festgehalten.

Mord in Grub

Einen engen Bezug zu Grub hatte auch Friedrich Glauser (1896–1938), stammte doch seine Freundin Berthe Bendel aus dem Dorf. Glauser weilte oft in Grub, und im «Ochsen» siedelte er seinen später verfilmten Kriminalroman «Krock & Co.» an. Kurz vor der Heirat mit der Gruberin Berthe Bendel verstarb Glauser unerwartet.

«Heute lebt mit Walter Züst ein grossartiger Romancier in exakt diesem Grub», schreibt Werner Bucher. «In seinen historischen Romanen beschwört er das einstige Appenzellerland, wobei sich Züst immer auf die Seite der Schwachen stellt. Nicht nur meiner Meinung nach wäre es höchste Zeit, dass dieser einmalige und sich stets bescheiden gebende Schaffer und Mensch jetzt endlich mit einem literarischen Preis ausgezeichnet würde.» (PE)