Grosse Fussstapfen

Nach dem Rücktritt der Nationalspielerin Claudia Stilz muss Staad eine grosse Lücke schliessen. Doch mehrere Ausfälle erschweren die Aufgabe zusätzlich. Ab morgen müssen sich die Staaderinnen nun in der Finalrunde der NLA beweisen.

Raya Badraun
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Justyna Trzaskowski, hier im Spiel gegen Yverdon, ist eine von drei Captains im Staader Team. (Bild: Urs Bucher)

Justyna Trzaskowski, hier im Spiel gegen Yverdon, ist eine von drei Captains im Staader Team. (Bild: Urs Bucher)

FUSSBALL. Claudia Stilz zu ersetzten, ist nicht einfach. Über Jahre hinweg war sie mit 231 Einsätzen und 92 Toren eine feste Grösse beim FC Staad. Die heute 28-Jährige war dabei die Spielerin mit den meisten Toren und der grössten Erfahrung. Oft hat sie auf dem Platz das Kommando übernommen. «Mit ihr fällt ein kräftiges Glied aus der Kette», sagt Staads Trainerin Sissy Raith. «Ob wir die Lücke schliessen können, wird sich in den kommenden Partien zeigen.» Sicher ist jedoch, dass nicht nur eine Spielerin in die grossen Fussstapfen der früheren Nationalspielerin treten wird. Ihre Aufgaben werden laut Raith auf zwei bis drei Schultern verteilt. Wie bisher wird das Team von drei Spielerinnen angeführt. Neben Justyna Trzaskowski und Rafaela Bisquolm gehört nach dem Rücktritt von Stilz neu auch Meike van Elten zum Trio.

«Je weniger Ausfälle wir haben, desto besser wird es uns gelingen, Claudia zu ersetzen», sagt Raith. Doch genau das ist das Problem. Mit Lena Bruderer und Laura Miladinovic fallen in den nächsten Partien zwei wichtige Akteurinnen aus. Was das bedeutet, zeigte sich etwa im letzten Vorrundenspiel gegen Kriens. Bei der 0:8-Niederlage stand Bruderer, die unter einer Verletzung am Sprunggelenk leidet, nicht auf dem Platz. «Wenn jemand fehlt, dann ist selbst eine Claudia nicht in der Lage, das Team mitzureissen», so Raith.

Schwerpunkt auf Verteidigung

Staad gehört in der NLA zu den offensiv schwächsten Teams, weniger Treffer erzielte nur der Tabellenletzte Schwyz. Nach dem Rücktritt von Stilz, die für acht der 24 Tore verantwortlich war, wird sich die Situation wohl verschärfen. Im Team wird dieses Thema nur selten angesprochen. «In Bayern sagt man:<Wir hängen es nicht an die grosse Glocke>», sagt Raith. «Sonst wächst nur der Druck.» Stattdessen setzt die Trainerin den Schwerpunkt im Training auf die Verteidigung – ein weiterer Schwachpunkt von Staad. In der Vorrunde erhielt das Team 48 Gegentreffer. Grund dafür ist die inkonstante Leistung in der Defensive. Erstaunlich ist das nicht. Dem Team fehlt die Erfahrung. So liegt das Durchschnittsalter in der Defensive unter 18 Jahren. «Wenn wir weniger Tore erhalten, gibt das den Spielerinnen Sicherheit», sagt Raith. «Die logische Konsequenz sind eigene Treffer. Man nennt es nicht ohne Grund: Offensiv verteidigen.»

Maximal 27 Gegentore

In der Finalrunde will die Trainerin, dass ihre Spielerinnen umsetzen, was sie im Training gelernt haben. Einen konkreten Tabellenplatz setzt sich Raith hingegen nicht als Ziel, dafür die maximale Anzahl Gegentreffer. Vor einem Jahr kassierte Staad in den sieben Partien der Finalrunde 27 Tore. Nun will sie diese Zahl mit ihrem Team unterbieten. Doch bereits im ersten Spiel wird Staad gefordert sein.

Morgen um 18 Uhr treffen die Spielerinnen auswärts auf Neunkirch. «Neunkirch kann jeden Gegner ärgern», sagt Raith. Dazu gehört etwa der Tabellenzweite Kriens, gegen den Neunkirch 0:0 spielte. Auch gegen Staad gab es bei der zweiten Begegnung ein torloses Unentschieden. Im ersten Spiel gewannen jedoch die Schaffhauserinnen 4:2. Zudem spricht der vierte Tabellenrang für den Aufsteiger. «In unserer momentanen Verfassung wird das ein sehr schwieriges Spiel», sagt Raith.

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