Grossaufträge für 184 Millionen

Der Kanton St. Gallen hat im Jahr 2011 vier von fünf Franken nach offener WTO-Ausschreibung vergeben. St. Galler Unternehmen beteiligten sich an fast allen Ausschreibungen im Baubereich.

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ST. GALLEN. Die öffentliche Verwaltung sowie die staatlich dominierten Betriebe im Kanton St. Gallen haben im Jahr 2011 an die Privatwirtschaft Grossaufträge im Wert von 184 Millionen Franken nach den wettbewerbsfördernden Kriterien des WTO-Übereinkommens vergeben. Dieses will die staatlichen Beschaffungen von Gütern und Dienstleistungen als offenen Markt gestalten, auf dem sich die privatwirtschaftlichen Anbieter dem Wettbewerb aussetzen müssen.

Zehn Prozent freihändig

Rund 81 Prozent des unter das WTO-Abkommen fallenden staatlichen Beschaffungsvolumens beruhen auf Ausschreibungen, auf die sich alle Unternehmen aus Ländern, die das WTO-Übereinkommen unterzeichnet haben, bewerben konnten, teilte die Staatskanzlei gestern mit. Weitere je rund zehn Prozent des Auftragsvolumens entfallen einerseits auf freihändig (ohne Ausschreibung) vergebene kleinere Einzelaufträge im Rahmen von grossen Bauprojekten und andererseits auf freihändig vergebene Aufträge, die sich auf die WTO-Ausnahmeklauseln berufen.

Bei der Hälfte der 147 offenen Ausschreibungen gingen zwischen vier und sieben Offerten ein. Bei einem Viertel weniger als vier und einem weiteren Viertel mehr als sieben. St. Galler Unternehmen beteiligten sich an fast allen Ausschreibungen im Baubereich, bei vier von fünf Ausschreibungen für Dienstleistungen sowie bei etwa jeder zweiten Ausschreibung für eine Güterbeschaffung. Dort, wo sich die St. Galler Unternehmen an Ausschreibungen beteiligten, hatten sie im Vergleich mit den ausserkantonalen und ausländischen Konkurrenten bei Bau- und Dienstleistungsaufträgen die grössten Erfolgsquoten (80 beziehungsweise 70 Prozent). Bei Güterbeschaffungen erhielt bei jeder zweiten Ausschreibung, an der sich mindestens ein St. Galler Unternehmen beteiligte, auch ein St. Galler Betrieb den Zuschlag.

Die Hälfte ging an St. Galler

Insgesamt gingen 55 Prozent des gesamten finanziellen Vergabevolumens an Privatunternehmen im Kanton St. Gallen, ein Anteil, der nahe beim Durchschnitt der letzten zwölf Jahre (57 Prozent) liegt.

Der Vergleich zwischen den 406 Vergaben der kantonalen Verwaltung und den 66 der Gemeindeverwaltungen zeigt, dass Gemeinden, gemessen am Finanzvolumen, bei den Bauaufträgen in der Tendenz in höherem Mass St. Galler Unternehmen berücksichtigen, während dies bei den Dienstleistungs- und Lieferungsaufträgen gerade umgekehrt ist. Über die Gründe für diese Sachverhalte können auf Basis der vorliegenden Daten keine Angaben gemacht werden. (red.)

Details unter www.statistik.sg.ch (Publikationen) abrufbar.