Griechenland boomt wieder

Bei den St. Galler Reisebüros schwingen in diesem Sommer die griechischen Inseln obenauf. Auch die Südtürkei boomt. Die Krisenländer Nordafrikas werden hingegen weiterhin gemieden.

Sarah Schmalz
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Weisse Häuser, blaue See: Griechenland lockt trotz Krise. (Bild: fotolia)

Weisse Häuser, blaue See: Griechenland lockt trotz Krise. (Bild: fotolia)

Wanderferien im Toggenburg oder eine Schiffsexpedition nach Grönland: Die Ferienpläne der befragten Passanten sind mannigfaltig. Dauerregen und herbstliche Temperaturen bringen also nicht alle St. Galler auf beziehungsweise unter die Palme. Doch bei den St. Galler Reisebüros macht sich der miese Sommeranfang bemerkbar.

«Viele ändern ihre Pläne»

In der Kuoni-Filiale im Gallusmarkt beispielsweise nehmen in diesen Tagen die Buchungen klar zu. «Derzeit kommen viele Leute bei uns vorbei, die den Sommer eigentlich in der Schweiz verbringen wollten», sagt Reiseberaterin Corinne Hug.

Bei Hotelplan Suisse heisst es gar: «Noch nie wurden bei uns so kurzfristig Ferienangebote für den Juli gebucht.» Das sei in der ganzen Schweiz so. «Auch in unseren St. Galler Filialen», sagt Pressesprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Es sind die klassischen Mittelmeerdestinationen, die im Sommer obenauf schwingen. Der Gewinner steht für Huguenin fest: Die griechischen Inseln. «Korfu, Kos und Rhodos bieten ein super Preis-Leistungs-Verhältnis.» Trotz anhaltender Krise: Griechenland boomt wieder. Das bestätigen Kuoni und die Reise Meile AG an der Poststrasse. Trenddestinationen seien auch die Südtürkei und die USA, sagen die Unternehmen einhellig. Griechenlands östlicher Nachbar punktet mit günstigen und familienfreundlichen Hotelanlagen, den USA verhilft der schwache Dollar zu einem Hoch. Im Sommer ziehe es die Urlauber nach Kalifornien und Florida, sagt Corinne Hug von Kuoni.

Den Gewinnern stehen wie im vergangenen Jahr die nordafrikanischen Verlierer gegenüber. «Ägypten, Tunesien und Marokko werden noch immer sehr zögerlich gebucht», sagt Rolf Kempter, Inhaber der Reise Meile AG.

Bulgarien zieht nicht

Die billigste europäische Bade-destination ist die bulgarische Schwarzmeerküste. Das zeigt eine kürzlich veröffentliche deutsch-österreichische Studie. St. Galler lockt die bulgarische Schnäppchen-Sonne aber offenbar nicht: Kuoni St. Gallen hat die Destination nach nur einer Saison wieder aus ihrem Sortiment genommen, «Es hat nicht rentiert.» Auch Hotelplan bietet die Reise.

Bulgarien werde ab und zu von jungen Partyleuten gebucht, sagt Reise-Meile-Chef Kempter. Ayia Napa auf Zypern oder Mallorca seien bei dieser Zielgruppe aber nach wie vor beliebter.