Gratis-Glasfasern für Berg

Die Swisscom baut ein Glasfasernetz für Berg. Sie kommt damit der Gemeinde zuvor, die bereits Abklärungen für ein eigenes Netz getroffen hat. Sie freut sich über das «Geschenk».

Noemi Heule
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Schnelleres Internet für Berg dank Glasfasern. (Bild: fotolia)

Schnelleres Internet für Berg dank Glasfasern. (Bild: fotolia)

BERG SG. Das Internet in Berg ist langsam. Zu langsam, fand der Gemeinderat und nahm Abklärungen vor, um die Gemeinde mit einem Glasfasernetz zu erschliessen. Nun ist ihnen die Swisscom zuvorgekommen. «Es war eine Überraschung», sagt Gemeindepräsident Paul Huber. Als «Geschenk» bezeichnet er die Eigeninitiative des Telekommunikationsanbieters. Diese nehme der 850-Seelen-Gemeinde die Investitionen in die digitale Zukunft ab.

«Tor zu medialer Zukunft»

Bereits im August 2013 nahm der Gemeinderat einen ersten Anlauf für ein Glasfasernetz als «Tor zur medialen Zukunft», wie es im Mitteilungsblatt der Gemeinde heisst. Damals kam die SAK auf die Verwaltung zu, da sie auf dem Gemeindegebiet Leitungen ziehen wollte. Diese Bauarbeiten hätten parallel zum Bau eines Glasfasernetzes genutzt werden können. «Die damaligen Verhandlungen sind nun hinfällig geworden», sagt Huber.

Der Bau eines Glasfasernetzes in Berg sei Teil der stetigen Modernisierung des Netzes ausserhalb der Ballungszentren, wie Annina Merk, Mediensprecherin der Swisscom, mitteilt. Bis Ende 2015 will die Swisscom schweizweit über 2,3 Millionen Wohnungen und Geschäfte mit Ultrabreitbandtechnologien erschliessen. Vierteljährlich würden die betroffenen Gemeinden ausgewählt und überprüft. Die Kriterien, nach welchen diese ausgewählt werden, gibt das Unternehmen nicht bekannt.

Die Swisscom setzt beim Bau des Netzwerks auf die Technologie «Fiber to the Street (FTTS)», die seit 2013 eingesetzt wird. Dabei werden die Glasfaserkabel bis rund 200 Meter vor die Gebäude verlegt. Die restliche Strecke legt das Signal auf den bestehenden Kupferkabeln zurück. «Diese Technologie erlaubt es, unser eigenes Netz schneller und kostengünstiger zu modernisieren», sagt Merk. Auf den hybriden Leitungen sind Bandbreiten von bis zu 100 Megabyte pro Sekunde möglich.

Swisscom hat Fäden in der Hand

In Kürze beginnen die Bauarbeiten für das Projekt in Berg. Dafür müssen neue Schächte geschaffen werden, sagt Huber. Da die Technologie FTTS auch auf bestehende Leitungen zurückgreift, hielten sich die Arbeiten aber im Rahmen. Bereits in rund sechs Monaten können die Berger das neue Netz nutzen.

Zwar versichert die Mediensprecherin der Swisscom, dass auch künftig andere Anbieter das neue Netz nutzen können. Trotzdem handelt die Swisscom wohl nicht ohne Eigeninteresse. Sie behält damit die Fäden in der Hand.