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GOTTESHAUS: Die erste ökologische Moschee Europas ruht auf Gossauer Holzkonstruktionen

In Cambridge entsteht eine Moschee, deren Gebetsraum 1000 Gläubigen Platz bieten soll. Die Gossauer Firma Blumer-Lehmann AG ist seit Beginn der Planung in das Projekt involviert.
Laura Widmer
Die goldene Kuppel wird auf der Moschee platziert. (Bild: PD/Blumer-Lehmann AG)

Die goldene Kuppel wird auf der Moschee platziert. (Bild: PD/Blumer-Lehmann AG)

Die Dimensionen sind beeindruckend: Auf rund 4000 Quadratmetern wird an der Mill Road, einer belebten Strasse mit vielen Geschäften und Restaurants, eine Moschee für rund 1000 Gläubige gebaut. Zusätzlich entstehen ein Café, zwei Wohnungen sowie eine Gartenanlage. Inspiration für die neue Moschee in Cambridge war eine Oase. Zypressen sollen einen grünen Gürtel um das Gebäude formen und den gemeinschaftlichen Garten schmücken. Entworfen wurde die islamische Gebetsstätte vom Londoner Architekturbüro «Marks Barfield Architects», welches auch das «London Eye» schuf. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf umgerechnet 20 Millionen Franken.

Bild: PD

Bild: PD


Seit Beginn in das Projekt involviert ist die Blumer-Lehmann AG aus Gossau. In beratender Funktion unterstützte das «Free Form»-Team das Architekturbüro bereits während der technischen Entwicklungsphase. Unter dem Begriff «Free Form» werden frei geformte Trag- und Hüllstrukturen verstanden. 2015 bekam die Blumer-Lehmann AG den Auftrag für Holzbauplanung, Produktion und Montage der Moschee. Dass die Firma am Bau des Gotteshauses beteiligt ist, freut Katharina Lehmann, Präsidentin des Verwaltungsrats. «Das Design und die Konstruktion dieser Moschee sind einzigartig.»

Mehr als 3000 Bauteile aus Gossau

Das Dach des Gebäudes besteht aus einer Rippenkonstruktion. Die Innen- und Aussenwände sind im Holzrahmenbau ausgeführt. Für die Aussenwände, das Dach und die Decken kommt Brettsperrholz zum Einsatz. Gemäss Katharina Lehmann wurden rund 3000 Freiform-Bauteile und 700 Wand- und Dachelemente geliefert. Blickfang der Moschee ist die gitterartige Konstruktion an der Decke, welche draussen beginnt und sich ins Innere des Gebäudes zieht. Die Holzelemente scheinen an den 16 Säulen hinaufzuwachsen und verflechten sich zu einem Muster

«Das Design dieser Moschee ist einzigartig.» Katharina Lehmann, Präsidentin des Verwaltungsrats der Blumer-Lehmann AG. (Bild: PD)

«Das Design dieser Moschee ist einzigartig.» Katharina Lehmann, Präsidentin des Verwaltungsrats der Blumer-Lehmann AG. (Bild: PD)

aus Achtecken. Auch hier ist die Inspiration der Oase sichtbar, wie auch die Würdigung geometrischer Muster, die häufig in Moscheen verwendet werden. Die Konstruktion ist vollständig aus Holz gebaut . Das Holz sei nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit ein Gewinn für das Gebäude, sagt Katharina Lehmann. «Das Holz prägt den Gesamteindruck. Es sollte eine Atmosphäre geschaffen werden, die inspiriert, anregt und verbindet.» Wichtig sei für das Gelingen eines solchen Grossprojekts insbesondere die Koordination der Produktion, Logistik und Montage. Die Holzbauelemente für die Moschee wurden in der Schweiz gefertigt und in 80 Lastwagen nach England transportiert. Auf der siebentägigen Reise von Gossau nach Cambridge legten diese rund 1500 Kilometer zurück.

Bild: PD

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Nachhaltiges Baukonzept

Die vom Cambridge Mosque Trust in Auftrag gegebene Moschee ist gemäss eigenen Angaben dem spirituellen und sozialen Wohl der etwa 1000 Muslime der Stadt gewidmet. Das Gebäude soll die erste ökologische Moschee Europas werden. Um die Nachhaltigkeit zu fördern, wird das Gebäude durch die Oblichter mit natürlichem Sonnenlicht versorgt. Das nachhaltige Baukonzept sieht ausserdem die Energiegewinnung durch Fotovoltaik sowie eine Regenwassergewinnung vor. Der Bau soll sich ins Ortsbild einfügen und ist deshalb nur drei Stockwerke hoch. Auf ein Minarett wird verzichtet. Das Design, so liess sich Architekt David Marks zitieren, sei eine Abkehr von den «vorherrschenden ottomanischen Moscheen in England». Ziel sei gewesen, keine Replik von bestehenden Gebäuden zu erschaffen. Stattdessen stellte sich die Frage: «Was bedeutet es, eine Englische Moschee zu bauen?»



Die Arbeiten der Blumer-Lehman AG in Cambridge sind abgeschlossen, am vergangenen Montag kam der letzte Lastwagen aus England zurück. Falls es keine Verzögerungen gibt, kann die erste grüne Moschee Europas Ende 2018 eröffnet werden.

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