GOTTESDIENST IM GRÜNEN GOTTESDIENST IM GRÜNEN: Sich über das Göttliche austauschen

Nach einem Jahr Vakanz hat Engelburg endlich eine neue Pfarreibeauftragte. Am morgigen Feldgottesdienst wird die in Engelburg aufgewachsene Barbara Wälti offiziell begrüsst.

Nina Rudnicki
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Barbara Wälti freut sich auf ihre Aufgabe in der Pfarrei. (Bild: Urs Bucher)

Barbara Wälti freut sich auf ihre Aufgabe in der Pfarrei. (Bild: Urs Bucher)

«Mit einem Korb voller fix-fertiger Ideen will ich nicht nach Engelburg kommen», sagt Barbara Wälti. «Ich möchte mich viel eher auf die Menschen, ihre Bedürfnisse und Ideen einlassen.» Die 53-Jährige ist die neue Pfarreibeauftragte der Pfarrei Engelburg. Die Stelle war ein Jahr lang unbesetzt. Morgen können die Kirchgänger ihre neue Ansprechperson in einem gemeinsamen Feldgottesdienst kennen lernen. Barbara Wälti wird zusammen mit Michael Kontzen, dem neuen Pastoralassistenten, begrüsst.

Der eine oder die andere wird sich vielleicht an Barbara Wälti erinnern. Sie ist in Engelburg aufgewachsen und hat dort die Primarschule besucht. Sie wechselte an die Meitle-Flade in St. Gallen und besuchte anschliessend das Lehrerseminar. In Engelburg wohnte sie bis zum 23. Lebensjahr. «In meiner Erinnerung ist Engelburg ein Dorf mit vielen engagierten Personen. Für uns Jugendliche gab es immer einen guten Boden, etwas mitgestalten zu können», sagt sie. «Engelburg war für mich ein Ort mit vielen Gelegenheiten, sich über das Göttliche auszutauschen.»

Teamwork statt Alleingang

Daran möchte Barbara Wälti nun als Pfarreibeauftragte anknüpfen. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem, junge Erwachsene auf dem Firmweg zu begleiten, die Familienfeiergruppe zu führen und im Pfarreirat mitzuwirken. «Es sind alles Aufgaben, bei denen Teamgeist gefragt ist, und das gehört zu den schönsten Herausforderungen am neuen Wirkungskreis», sagt sie. «Ich bin nicht jemand, der etwas im Alleingang durchsetzt.» In Engelburg möchte Wälti daher zunächst auf die Bevölkerung zugehen, deren Ideen sammeln und neue Projekte mit ihnen gemeinsam aufgleisen. Im Pfarreisekretariat wird Barbara Wälti immer montags und freitags zwischen 9 und 11 Uhr anzutreffen sein. Die übrige Büroarbeit ihres 40-Prozent-Pensums erledigt sie von ihrem Büro im Dekanat St. Gallen aus. Dort arbeitet sie zu 50 Prozent als Leiterin der katechetischen Arbeitsstelle.

Eine kirchliche Karriere hat Barbara Wälti nie angestrebt. «Im Herzen bin ich Lehrerin.» Sie war allerdings bereits als Jugendliche freiwillig und später als Angestellte im kirchlichen Kontext aktiv. «Meine Arbeit füllt mich aus und gefällt mir», sagt die Mutter zweier erwachsener Töchter. In Engelburg arbeitet Barbara Wälti seit Anfang August. Ihren ersten Arbeitstag hat sie mit einem Gottesdienstbesuch angefangen – und dieser begann gleich mit einer schönen Erinnerung. Als sie die Kirche betrat, drehte sich eine Frau vor ihr um und reichte ihr in der Hand etwas Weihwasser. «Das war so eine schöne und berührende Geste. Das hat mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass wir nur miteinander vorwärtskommen.»

Nina Rudnicki

redaktiongo@tagblatt.ch

Barbara Wälti und Michael Kontzen werden morgen, 10.30 Uhr, beim traditionellen Feldgottesdienst der Pfarreien Engelburg und Abtwil-St. Josefen begrüsst. Der Gottesdienst findet beim «Schlangenbaum» an der Grenze zwischen Abtwil und Engelburg statt. Bei schlechter Witterung wird er in die katholische Kirche Engelburg verlegt. (nar)