Gossauer werben in Andwil

ANDWIL. Vier Gossauer Parteien haben bei einem Informationsabend in Andwil wenig überraschend die Ja-Parole zur Fusion gefasst. Sie nutzten die Gelegenheit, ihre Argumente auch den Einheimischen näherzubringen.

Johannes Wey
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FDP-Fraktionspräsident Felix Koller, SVP-Präsident Markus Rosenberger, Flig-Präsident Alfred Zahner, SP-Präsident Ruedi Blumer und CVP-Präsidentin Seline Heim (von links) begründen ihr Ja zu einer Fusion mit Andwil. Moderator Stefan Häseli (rechts) komplettiert die Gossauer Runde. (Bild: Urs Bucher)

FDP-Fraktionspräsident Felix Koller, SVP-Präsident Markus Rosenberger, Flig-Präsident Alfred Zahner, SP-Präsident Ruedi Blumer und CVP-Präsidentin Seline Heim (von links) begründen ihr Ja zu einer Fusion mit Andwil. Moderator Stefan Häseli (rechts) komplettiert die Gossauer Runde. (Bild: Urs Bucher)

Die Gossauer sind dafür. Immerhin diese Gewissheit brachte am Montag der überparteiliche Informationsabend zur Abstimmung über die Fusion von Andwil und Gossau und die Inkorporation der Schulgemeinde Andwil-Arnegg. Denn am Informationsabend fassten die Gossauer Sektionen von CVP, FDP und SVP sowie die Flig ihre Parolen, die SP hatte ihr Ja bereits im Sommer verkündet. Die Andwiler Parteien hingegen bilden ihre Meinung im geschlossenen Rahmen: GLP und, wenn auch mit Stichentscheid, die CVP sind für die Fusion, die FDP dagegen. Und die SVP lässt sich mit ihrer Parole noch bis zum 7. Dezember Zeit.

Interesse erstaunlich gross

Dass die Fusion in Gossau unbestritten ist, war spätestens seit der letzten Parlamentssitzung klar. Der Auftritt der Gossauer Parteien am gemeinsamen Anlass in der Andwiler Ebnet-Turnhalle sollte deshalb wohl eher dazu dienen, auch die Andwilerinnen und Andwiler von einem Ja zu überzeugen. Und tatsächlich wollten nach dem Diskussionsteil und einer längeren Beratungspause für die Fraktionen auch zahlreiche Andwiler hören, was die Gossauer zu sagen hatten. Mit gut 120 waren deutlich mehr Leute erschienen, als bei der Bestuhlung erwartet worden waren. Und viele blieben, bis die Parolen verkündet waren.

Schule und Finanzen

Parteipräsidentin Seline Heim begründete die einstimmig gefasste Ja-Parole der CVP: «Mit einem Nein zur Fusion werden die Probleme, die es heute bei der Schule gibt, nicht gelöst.» Viele Aufgaben würden zudem heute schon gemeinsam erfüllt. Zudem liessen sich durch eine Fusion Synergien nutzen: «Es würden grosse Ressourcen freigesetzt.»

Die anderen Parteien hatten ähnliche Argumente. Die SVP sei einstimmig für ein Ja, weil sie sich für schlanke Verwaltungsstrukturen und, zumindest längerfristig, tiefere Steuern einsetze, sagte Präsident Markus Rosenberger. «Wir stehen zwar auch für Tradition. Aber diese muss nicht stillstehen.»

Für die FDP nahm Stadtparlaments-Fraktionspräsident Felix Koller Stellung: Längerfristig ergäbe eine Fusion für beide Seiten finanzielle Vorteile, weil es vom Kanton sicher nicht mehr Geld geben werde. «Der Finanzausgleich wird härter.» Eine Fusion wäre zudem fair gegenüber den Arneggern, die bislang sowohl in der Schulgemeinde als auch in Gossau eine Minderheit seien. Die Identität bliebe erhalten, «die Dörfer bleiben Dörfer».

Flig-Präsident Alfred Zahner sah in der Fusion «nur Vorteile»: Mitsprache für die Andwiler bei der Oberstufe, Mitsprache für alle Gossauer bei der Beschulung der Arnegger Primarschüler und Sparpotenziale. Und damit sprach er nicht nur die jährlich 790 000 Franken an, welche in der Gemeindeverwaltung eingespart würden, sondern auch die gut eine Million Franken Finanzausgleich des Kantons, die jährlich nach Andwil fliessen.

Und obwohl die SP ihre Parole schon im August gefasst hatte, ergriff auch deren Präsident Ruedi Blumer das Wort: Ein Ja wäre «ein Segen für die Schule» und eine zukunftsgerichtete Lösung. Für Blumer ist die Fusion unausweichlich: «Bei einem Nein stehen wir in fünf Jahren wieder hier.»

Termin gab zu reden

Moderiert wurde der Anlass von Stefan Häseli, der im Gossauer Stadtparlament die Vorberatende Kommission zur Fusion präsidiert hatte. Der Veranstaltungstermin ausgerechnet am «Chläuslermontag» habe in Gossau zu reden gegeben, sagte er am Rande. «Aber vielleicht ist der <Chläusler> ja in zwei bis drei Jahren auch den Andwilern ein Begriff.»