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GOSSAU/ANDWIL: Raiffeisenbanken wollen Fusion

Die beiden Raiffeisenbanken Andwil-Arnegg und Gossau-Niederwil planen den Zusammenschluss. Damit wollen sie Kosten sparen. Aber nicht nur.
Adrian Lemmenmeier
Gut 7100 Personen sind Genossenschafter der Raiffeisenbank Gossau-Niederwil. (Bild: Urs Bucher)

Gut 7100 Personen sind Genossenschafter der Raiffeisenbank Gossau-Niederwil. (Bild: Urs Bucher)

Adrian Lemmenmeier

adrian.lemmenmeier@tagblatt.ch

Das Bankgeschäft ist seit längerem im Wandel: Seit der Finanzkrise wird das regulatorische Korsett enger. Gleichzeitig ersetzt das E-Banking zusehends den Schalter. Davon betroffen sind auch die Raiffeisenbanken, die in der Schweiz oft genauso zum Dorfbild gehören wie die Beiz, die Bäckerei oder die Mehrzweckhalle.

Um diesem Wandel zu begegnen, planen die Raiffeisenbanken Gossau-Niederwil und Andwil-Arnegg einen Zusammenschluss. An den Generalversammlungen 2019 sollen die Genossenschaftsmitglieder beider Banken über die Fusion abstimmen.

Effizienz durch Grösse

Wie die Partnerschaft genau aussehen wird, ist noch unklar. «Die detaillierten Modalitäten werden derzeit ausgearbeitet», heisst es in einer Medienmitteilung. Fest steht, dass der Zusammenschluss der Banken nicht bedeutet, dass am einen oder anderen Ort die Schalter zugehen. So soll die kleinere der beiden Banken, jene in Andwil, nach einer Fusion genauso weitergeführt werden wie bisher. «Die Raiffeisenbank Andwil-Arnegg bekennt sich klar zum Standort Andwil», sagt Verwaltungsratspräsident Peter Stark. «Das umfassende Dienstleistungsangebot wird auch in Zukunft in Andwil angeboten.» Und auch die 24-Stunden-Zone für Ein- und Auszahlungen in Arnegg soll erhalten bleiben.

Was genau verspricht man sich von der Fusion? Der geplante Zusammenschluss sei eine Reaktion auf den allgemeinen Wandel in der Bankenbranche, sagt Stark. Ein Kunde erwarte heute von einer Bank eine umfassende Beratung für Sparen, Kredite und Altersvorsorge. «Das verlangt zunehmendes Fachwissen der Mitarbeiter der Bank», sagt Stark. Hinzu komme die Digitalisierung: «Der Kundenkontakt am Bankschalter ist stark rückläufig. Einfache Bankgeschäfte werden über E-Banking, Kreditkarten und Geldautomaten getätigt.» Und schliesslich sind die Banken zunehmend mit der Einhaltung staatlicher Regulierungen beschäftigt; «Compliance» heisst das Stichwort. Der Aufwand für all diese Anpassungen sei für eine Bank mit zehn Mitarbeitenden etwa gleich gross wie für eine, die 40 Personen beschäftige. «Es liegt auf der Hand, dass grössere Einheiten den Aufwand besser kompensieren können», sagt Stark. Die Fusion habe aber nicht nur finanzielle und organisatorische Vorteile. «Sie bietet den Mitarbeitenden auch attraktivere Arbeitsbedingungen und bessere Entwicklungsmöglichkeiten.»

Kein Stellenabbau vorgesehen

Die Raiffeisenbank Gossau-Niederwil beschäftigt derzeit 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; bei der Raiffeisenbank Andwil-Arnegg sind elf Personen angestellt. Daran soll sich auch nach einem Zusammenschluss nichts ändern. «Die Fusion hat nicht zum Ziel, Personalabbau zu betreiben», sagt Arthur Fagagnini, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Gossau-Niederwil. Und auch Peter Stark betont: «Es findet kein Stellenabbau statt.»

Stimmen die Genossenschafter beider Kreditinstitute an den Generalversammlungen 2019 einer Fusion zu, so entsteht eine Raiffeisenbank mit 36 Angestellten, gut 9400 Genossenschaftern und einer Bilanzsumme von rund einer Milliarde Franken.

Teil einer längeren Entwicklung

Fusion Dass sich Raiffeisenbanken in der Region zusammenschliessen, ist nicht neu. Die beiden Banken in Wittenbach und in Häggenschwil haben bereits 2008 fusioniert. 2016 stimmten auch die Genossenschafter der Raiffeisenbanken Eggersriet-Grub und Heiden für eine Zusammenlegung. In der westlichen St. Galler Peripherie wollen gleich drei Raiffeisenbanken gemeinsame Wege gehen: jene in Engelburg, Abtwil-St. Josefen und Winkeln. Wie in Gossau und Andwil sollen die Genossenschafter an der Generalversammlung 2019 über den Zusammenschluss abstimmen.

In der Schweiz gibt es 255 rechtlich autonome, genossenschaftlich organisierte Raiffeisenbanken. Sie sind wiederum in der Genossenschaft Raiffeisen Schweiz mit Sitz in St. Gallen zusammengeschlossen. Die Zahl der eigenständigen Raiffeisenbanken nimmt seit Jahren ab. 1986 gab es davon noch 1229, 2014 waren es 316, und 2018 sind es 255 – mit 930 verschiedenen Bankstellen.

Die erste Raiffeisenkasse der Schweiz wurde 1899 in Bichelsee (TG) gegründet. Als Vorbild dienten Kreditgenossenschaften, wie sie der deutsche Beamte Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–88) um 1850 gründete. (al)

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