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GOSSAU: «Wer macht schon keine Fehler»

Daniel Lehmann war schon als Schulbub aktiv und wollte gemäss Weggefährten schon immer viel bewegen. Seit seiner Nomination als CVP-Kandidat fürs Stadtpräsidium muss er sich gegen Gerüchte um den Verkauf seiner Firma wehren.
Sebastian Schneider
Ausblick über die ganze Stadt: Daniel Lehmann auf dem Hochhausdach des Gymnasiums Friedberg. (Bild: Mareycke Frehner)

Ausblick über die ganze Stadt: Daniel Lehmann auf dem Hochhausdach des Gymnasiums Friedberg. (Bild: Mareycke Frehner)

Daniel Lehmann ist in Gossau schon seit Langem ein bekannter Name. Der 51-Jährige ist Unternehmer, Ehrenpräsident des Gewerbevereins, Stiftungsratspräsident der Pallottinerstiftung Gymnasium Friedberg und Verwaltungsratsmitglied bei mehreren Firmen und Institutionen. Bevor er von der CVP im vergangenen Juli als Stadtpräsidentkandidat nominiert wurde, hatte der Vater zweier Kinder die Liegenschaft der Lehmann Arnegg AG sowie deren Bereiche «Service» und «Türen» verkauft. Es dauerte nicht lange, bis Gerüchte über Lehmann und die Firma kolportiert wurden. Politische Gegner bauten im späteren Verlauf Wolfgang Giella als Gegenkandidaten auf. Über die Vorwürfe, die sich gegen Daniel Lehmann richten, regt sich unter anderen Ewgeni Obreschkow auf. Der ehemalige Rektor des Gymnasiums Friedberg ist von Daniel Lehmann als Person und Politiker überzeugt und hat dies etwa in Form eines Leserbriefs im «Tagblatt» bereits öffentlich bekundet. «Ich kenne ihn gut», sagt Obreschkow auf Anfrage. Als sein ehemaliger Physiklehrer habe er Lehmanns berufliche Karriere nämlich stets verfolgt.

Den Ingenieur zog es zuerst nach Südamerika

Daniel Lehmann ist aus Sicht von Obreschkow bereits als Schulbub «vital» gewesen. Und seine Leader-Qualitäten habe man schon im Gymnasium sehen können: «Er gehörte zu einer Gruppe, die die Klasse managte.» Obreschkow ist anzuhören, dass er stolz ist auf seinen ehemaligen Schüler, der nach der Mittelschule nach Zürich zog und an der ETH studierte. Es sollte damals einige Jahre dauern, bis sich Obreschkow über die Rückkehr Lehmanns freuen konnte. Denn als frisch diplomierter Bauingenieur zog es Lehmann nicht sofort nach Gossau zurück. Er arbeitete zuerst an der ETH als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Dann wurde in ihm die Abenteuerlust geweckt. Die elf-monatige Auszeit startete er mit einer Reise ins Ungewisse von Feuerland aus. Die vielen Erlebnisse in fernen Kulturen hätten sein Horizont erweitert, sagte Lehmann in einem Artikel in der «GoZ». Zurück in der Schweiz, arbeitete er als Ingenieur bei der Walt+Galmarini AG in Zürich. «Nerven wie Drahtseile» habe sich Lehmann in Jordanien aneignen müssen, als er während mehrerer Monate eine Grossbaustelle mit rund 500 Arbeitern leitete, wie die «GoZ» berichtete.

Fehler, Gerüchte und ein Hickhack um Firmenverkauf

Anfang 2000 ist Lehmann in die Fussstapfen seines Vaters Ruedi Lehmann getreten und wurde Geschäftsführer der Lehmann Arnegg AG. Da der Markt im Fensterbau immer schwieriger wurde, habe man diesen Bereich im vergangenen Jahr aufgeben müssen, schrieb Lehmann in einer Medienmitteilung vor seiner Nomination. Der Verkauf der Bereiche «Türen» und «Service» an die Koster AG Holzwelten in St. Gallen sei die «beste Lösung für die Firma gewesen», sagte Lehmann später in einem «Tagblatt»-Interview. Ratlos zurück liess indes viele, dass Lehmann auch die Liegenschaft verkaufte – und zwar an Cousine Katharina und Cousin Albert Lehmann. Katharina Lehmann, Verwaltungsratspräsidentin der Lehmann Gruppe, bestätigt auf Anfrage, dass sie beim Verkauf der Liegenschaft frühzeitig involviert war. Der Kauf sei eine «gute Lösung für alle Beteiligten» gewesen. Aus welchem Grund genau Daniel Lehmann die Firmen-Liegenschaft verkaufen wollte, wisse auch sie nicht, sagt die Unternehmerin. Sie habe sich mit ihrem Cousin selten über das Geschäft ausgetauscht. Als Mensch kenne sie ihn als «aktive, interessierte und engagierte» Persönlichkeit. «Er wollte immer etwas bewegen. Und ich glaube ihm auch, dass er das für Gossau-Arnegg tun will.»

Ein Wegbegleiter Lehmanns ist auch Markus Hutter, Präsident des Gewerbevereins. Sein Vorgänger habe sich hartnäckig für den Wirtschaftsstandort Gossau eingesetzt, sagt Hutter. Lehmann habe Freude an Menschen und sei «offen, ehrlich und motivierend», sagt Hutter, der Lehmann auch persönlich gut kennt.

An einer Pressekonferenz Ende Jahr räumte Lehmann ein, den Kundenservice beim Fensterbau vernachlässigt zu haben. Dass sich der CVP-Politiker überhaupt so rechtfertigen muss, gefällt Ewgeni Obreschkow nicht. «Zum Teil sind es Peanuts, die ihm vorgeworfen werden», sagt er. Er müsse nun für jeden Fehler, den einmal machte, geradestehen. «Dabei darf man die Relationen nicht verlieren. Wer macht schon keine Fehler?», fragt der ehemalige Gymnasium-Rektor rhetorisch. Ein Stadtpräsident müsse sich rasch in komplexe Themen einarbeiten können. «Und das kann Lehmann», ist Obreschkow überzeugt.

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