GOSSAU: Unschöne Erinnerungen werden wach

Die Feuerwehr Region Gossau übte bei der Solenthaler Recycling AG den Ernstfall. Bei den Verantwortlichen blieb dabei ein etwas mulmiges Gefühl – schliesslich trat genau dieser Ernstfall vor fünf Jahren tatsächlich ein.

Manuela Bruhin
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Rauch, verletzte Personen und Löschfahrzeuge: Die Feuerwehr Region Gossau übte den Ernstfall in der Recycling-Firma. (Bild: Jil Lohse)

Rauch, verletzte Personen und Löschfahrzeuge: Die Feuerwehr Region Gossau übte den Ernstfall in der Recycling-Firma. (Bild: Jil Lohse)

Ein gebranntes Kind – so könnte man die Gossauer Firma Solen­thaler Recycling AG in diesem Zusammenhang wohl nennen. Im August 2012 brannte eine Halle vollständig nieder. Und nun sind erneut 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr Region Gossau auf dem Platz. Einbezogen werden auch Teile der weiteren Feuerwehrortsmodule des Sicherheitsverbundes aus Degersheim, Flawil und Waldkirch. Rauch ist zu sehen, verletzte Personen werden geborgen, überall Blinklichter, Löschfahrzeuge und Schläuche. Der mobile Grossventilator macht einen ohrenbetäubenden Lärm, auch der Hubretter ist im Einsatz. Glücklicherweise handelt es sich vergangenen Freitag nur um eine Grossübung – und nicht, wie vor fünf Jahren, um den Ernstfall.

Es sei eine spezielle Übung, erklärte Regionalkommandant Stefan Kramer. Einerseits stand der Ortskommandant Martin Jöhl zum letzten Mal in seiner Funktion bei der Übung im Einsatz. Andererseits kenne man den Betrieb bereits vom besagten Grossbrand. «Seither hat sich vieles getan», sagt Kramer. Im Bereich der Sicherheit wurde vieles aufgerüstet und Bauten rundherum erstellt. Besonderes Augenmerk gilt auch der Koordination unter den Einsatzkräften.

Feuerwehrübungen bei Grossfirmen beliebt

Eine weitere Herausforderung bei der Grossübung war in diesem Fall der Umgang mit den verschiedenen Materialen. Dies hat unter anderem Auswirkungen darauf, welche Löschmittel verwendet werden können oder ob die Nachbarschaft gefährdet ist. Grundsätzlich seien solche Feuerwehrübungen bei den Grossfirmen beliebt. Kramer: «Die Zusammenarbeit mit uns wird immer mehr gesucht, weil es ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der Sicherheit darstellt.»

Manuela Bruhin

redaktiongo@tagblatt.ch

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