GOSSAU: Tagesstrukturen sind überfällig

Familienergänzende Tagesstrukturen wird es ab August geben. Bis dahin müssen noch vakante Stellen besetzt und die Zimmer eingerichtet werden. Auch bei den Tarifen kann es noch zu Veränderungen kommen.

Christoph Renn
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Die Kinder, die in den Schulhäusern betreut werden, müssen nicht nur lernen. Sie dürfen auch spielen. (Bild: ky/ Gaëtan Bally)

Die Kinder, die in den Schulhäusern betreut werden, müssen nicht nur lernen. Sie dürfen auch spielen. (Bild: ky/ Gaëtan Bally)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Die Stimmbürger haben dem Ausbau der familienergänzenden Tagesstrukturen nur knapp zugestimmt. Trotzdem packt Urs Blaser, Gossauer Schulpräsident, die Aufgabe mit viel Freude an: «Die Vorbereitungen für die familienergänzenden Tagesstrukturen in den drei Primarschulhäusern Büel, Othmar und Haldenbüel laufen auf Hochtouren», sagt er. Und Blaser versichert: «Ab August sind wir wie geplant bereit. Wir liegen voll im Zeitplan.» Ein wichtiger Schritt sei die Anstellung von Astrid Tannheimer als Gesamtleiterin der Tagesstrukturen gewesen. Einige Stellen seien jedoch noch vakant. «In der kommenden Woche werden wir die Stellen für die Gruppenleitungen sowie für weiteres Betreuungspersonal an den drei Standorten ausschreiben.»

Personelle Engpässe sind also nicht absehbar. Deshalb geht es laut Urs Blaser nun in einer zweiten Phase darum, die Eltern über das neue Angebot in Gossau zu informieren. Dies soll noch vor den Frühlingsferien geschehen. «Ab dann können die Kinder angemeldet werden. Dann können wir abschätzen, ob unser Angebot ausreicht.» In den drei Schulhäusern werden insgesamt 60 Plätze über Mittag sowie 40 Plätze am Morgen und Nachmittag angeboten. «Mehr Kinder können wir vorerst nicht aufnehmen», sagt Blaser.

Tarif bleibt vom Einkommen abhängig

Bis zum Start der familienergänzenden Tagesstrukturen im August müssten noch verschiedene administrative Aufgaben erledigt werden. «Wir überprüfen die Betriebszeiten nochmals und arbeiten das Angebot im Detail aus», sagt Blaser. Zudem werde der ­Tarif nochmals genau unter die Lupe genommen. «An den Grundstrukturen wird sich aber nichts mehr ändern.» Sprich, der Tarif bleibt vom Einkommen abhängig.

In einem letzten Schritt müssen noch einige bauliche Massnahmen erledigt werden. «Im Othmar-Schulhaus brauchen wir als Ergänzung zum Raum, in dem jetzt der Mittagstisch stattfindet, einen weiteren», sagt Blaser. Im benötigten Zimmer befindet sich momentan noch der Informatikraum. «Dieser wird innerhalb des Schulhauses gezügelt.» Zudem werden die Zimmer der drei Primarschulhäuser den Anforderungen entsprechend eingerichtet. «Wir brauchen Plätze zum Essen, Spielen und Arbeiten.»

Betreuung neu auch nach dem Mittagessen

Der Schulpräsident betont, dass familienergänzende Tagestrukturen in Gossau überfällig waren. «Wenn man die Anstrengungen in anderen Städten wie St. Gallen oder Wil beobachtet, wird klar, dass wir noch immer hinterherhinken.» Doch mache Gossau einen riesigen Schritt in die richtige Richtung. Und die Nachfrage bestehe. «Es haben schon mehrere Eltern angerufen, die ihr Kind anmelden wollten.» Doch sie müssten sich etwas gedulden.

Die bereits vorhandenen Mittagstische in den Schulhäusern bleiben auch ab August bestehen. «Die Tagesstrukturen sind eine Ergänzung zu diesem Angebot», sagt Urs Blaser. So können Kinder neu auch nach dem Mittagstisch betreut werden. Es werde weiterhin warmes Essen zum Zmittag serviert, und dieses werde wie bisher angeliefert. «Vor und nach dem Zmittag können sich die Kinder frei bewegen, sie können spielen oder Hausaufgaben erledigen. Aber immer unter Aufsicht.»