GOSSAU: Tagesbetreuung von Kindern soll ausgebaut werden

Ab August 2017 sollen an drei Gossauer Primarschulstandorten familienergänzende Tagesstrukturen angeboten werden. Der Stadtrat rechnet dafür mit einem jährlichen Aufwand von 420'000 Franken und stellt einen entsprechenden Kreditantrag an das Stadtparlament.

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Die heutigen Mittagstische sollen in der Stadt Gossau zu vollwertigen Tagesstrukturen ausgebaut werden, welche auch ausserhalb der Unterrichtszeiten besucht werden können. (Symbolbild) (Bild: GEORGIOS KEFALAS (KEYSTONE))

Die heutigen Mittagstische sollen in der Stadt Gossau zu vollwertigen Tagesstrukturen ausgebaut werden, welche auch ausserhalb der Unterrichtszeiten besucht werden können. (Symbolbild) (Bild: GEORGIOS KEFALAS (KEYSTONE))

GOSSAU. Im Vergleich mit benachbarten Gemeinden besteht in Gossau Nachholbedarf bei der familienergänzenden Tagesbetreuung von Kindern im Kindergarten- und im Primarschulalter. Deshalb will die Stadt das familienergänzende Betreuungsangebot für Kinder im Kindergarten- und Primarschulalter ab August 2017 massgeblich ausbauen, wie sie nun in einer Mitteilung schreibt.

"Die heutigen Mittagstische in den Schulhäusern Büel, Othmar und Haldenbüel sollen zu vollwertigen Tagesstrukturen ausgebaut werden, welche die Schulkinder ausserhalb der Unterrichtszeiten zwischen 7.00 und 18.00 Uhr besuchen können", heisst es weiter im Communiqué. Die Öffnungszeiten werden bewusst so festgelegt, dass die Eltern tagsüber einer Erwerbstätigkeit nachgehen können. "Entsprechend ist auch ein Betreuungsangebot während neun von dreizehn Schulferienwochen angedacht."

Dem Verein Kindertagesbetreuung Gossau soll dies ermöglichen, im Tageshort künftig auf das Führen einer Gruppe für Kinder im Schulalter zu verzichten. Dadurch werden Kapazitäten frei für Kinder im Vorschulalter. Zudem sehe sich die von der Stadt mitfinanzierte Betreuungseinrichtung an der Kirchstrasse seit längerem mit einer steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen konfrontiert.
 
Nettoaufwand von 420'000 Franken
Für den Ausbau des Angebots sind laut der Stadtkanzlei bauliche Anpassungen an den drei Tagesbetreuungs-Standorten sowie eine zusätzliche Möblierung erforderlich. "Hierfür rechnet der Stadtrat mit einmaligen Investitionen von rund 90'000 Franken. Das professionelle Betreuungspersonal verursacht einen Aufwand von gut 560'000 Franken. Hinzu kommen Auslagen von rund 250'000 Franken für die Räumlichkeiten, die Mittagsverpflegung und das Verbrauchsmaterial."

Rund 40 Prozent der Ausgaben von total 812'000 Franken sollen über Elternbeiträge finanziert werden. Diese werden einkommensabhängig gestaltet. "Ein Betreuungstag mit Mittagessen kostet in der günstigsten Tarifkategorie 24 Franken, in der teuersten 67 Franken", heisste es weiter. Unter dem Strich rechne der Stadtrat mit einem Fehlbetrag von 482'000 Franken. Dies sei rund 420'000 Franken mehr als der aktuelle Nettoaufwand für das Mittagstisch-Angebot.

"Entsprechend beantragt der Stadtrat einen jährlich wiederkehrenden Kredit von 420'000 Franken. Nach einer Zustimmung des Parlamentes findet zu diesem Beschluss eine Urnenabstimmung statt."
 
Vielfältiger Nutzen erwartet
Von den familienergänzenden Tagesstrukturen verspricht sich die Stadt einen Nutzen für verschiedene Personengruppen. "Kinder, auch solche aus sogenannt klaren Familienstrukturen, entwickeln sich in diesem anderen Umfeld zu sozial- und selbstkompetenten jungen Menschen. Für Eltern verbessert ein gutes Betreuungsangebot die Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

Von guten Kinderbetreuungsangeboten profitiere die Wirtschaft insofern, als sich ihnen ein grösseres Potenzial an Mitarbeitenden erschliesse. "Für die Stadt sind derartige Angebote ein wichtiger Standortfaktor. Und durch die höhere Erwerbsquote werden auch höhere Steuereinnahmen erwartet." (pd/lex)