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GOSSAU: Streit um Trinkwasserquelle

Ist es länger heiss, kann in drei Häusern auf dem Gemeindegebiet Gossau das Trinkwasser ausgehen. Nach jahrelangem Hickhack muss nun eine Lösung her. Auch die Stadt steckt in mühseligen Verhandlungen.
Sebastian Schneider
Zwei verschiedene Trinkwasserquellen: Im Weiler Rüeggetschwil wird um Quellrechte gestritten. (Bild: Benjamin Manser und Michel Canonica)

Zwei verschiedene Trinkwasserquellen: Im Weiler Rüeggetschwil wird um Quellrechte gestritten. (Bild: Benjamin Manser und Michel Canonica)

Trinkwasser, das ist selbst im Wasserschloss Gossau nicht in jedem Haus selbstverständlich. Im Weiler Rüeggetschwil im Westen der Stadt gibt es drei Liegenschaften mit einer eigenen Wasserquelle, die während einer langen Trockenperiode, wie etwa im Jahrhundertsommer 2003, versiegt. Die Bewohner der Häuser müssen während solcher extremen Zeiten Trinkwasser selber organisieren. Diese Versorgungslücke ist der Stadt ein Dorn im Auge. Egal, wo man wohnt, jede Bewohnerin und jeder Bewohner muss jederzeit hinreichend Trinkwasser beziehen können. Die Stadt ist verpflichtet, diese Versorgung sicherzustellen.

Im Fall Rüeggetschwil klemmt es jedoch seit Jahren. Grund sind anhaltende Meinungsdifferenzen um Quellrechte. Da die Stadt die Infrastruktur in den Weilern Enggetschwil, Nutzenbuech und Rüeggetschwil erneuern will und das Parlament das Geschäft unter die Lupe nahm, wird der Streit zu Tage gefördert.

Die Stadt verhandelt seit bald zehn Jahren

In Rüeggetschwil leben nicht ausschliesslich Landwirte, einige Liegenschaften werden auch vermietet. Bis auf die drei Häuser wird der Weiler von der Quelle gespeist, die nahe der Autobahn zwischen der Blumenau und der Waldau liegt. Der Verein Wasserversorgung Nutzenbuech-Rüeggetschwil regelt den Bezug des Wassers vertraglich mit den Eigentümern der Quelle. Die Parteien können sich aber seit Jahren nicht einigen, so dass es für die drei Liegenschaften bis heute keine Lösung gibt.

Kommt es zwischen den beiden Eigentümern und dem Verein nicht bald zu einer Einigung, wird die Stadt extra für die drei Liegenschaften eine Trinkwasserleitung legen müssen. Mitglieder der parlamentarischen Baukommission, die das Infrastrukturprojekt vorberaten haben, ärgern sich über den Umstand. Die über ein Kilometer lange Wasserleitung kostete die Stadt 265 000 Franken. Eine unnötige Ausgabe, finden die Politiker.

Die Stadt sei schon seit rund zehn Jahren mit den Eigentümern der Quelle am Verhandeln, sagt Urs Salzmann, Kommunikationsverantwortlicher der Stadt. Mit der Ausgestaltung der Wasserverträge hat die Stadt zwar nichts zu tun. Da aber das Trinkwasser aus der Quelle auch in Mietwohnungen fliesst, muss die Stadt von Gesetzes wegen eine Schutzzone rund um die Quelle ausscheiden. Die Pläne dafür wurden letzten Herbst aufgelegt, worauf von zwei Anstössern eine Einsprache eingegangen ist. Auf Anfrage verweisen die Stadt und die Einsprecher auf das laufende Verfahren. Der Verein Wasserversorgung Nutzenbuech-Rüeggetschwil schaltete einen Anwalt ein, nachdem die Einsprachen eingegangen waren. Auch der Anwalt äussert sich derzeit nicht zum Geschehen.

Über Absichten wird spekuliert

So sind Informationen zu den Umständen nur hinter vorgehaltener Hand zu erfahren. Über die Absichten der Einsprecher wird bereits wild spekuliert. Eine Vermutung ist, dass die geplante Deponie Radmoos für die Grundbesitzer sehr einträglich wäre und die Schutzzone eine Gefährdung der Deponiepläne darstellt. Dies erklärt aber nicht den Jahre langen Zank. Zudem ist beim kantonalen Amt für Umwelt in Erfahrung zu bringen, dass eine Deponie auf dem Radmoos auch mit Schutzzone möglich sein sollte. Zumindest bestehe dafür eine grosse Wahrscheinlichkeit.

Wie die Geschichte ausgeht, wird in der Baukommission mit Spannung erwartet. Thomas Künzle, SVP-Parlamentarier und Kommissionspräsident, formulierte seine Wünsche an der Parlamentssitzung zurückhaltend: «Es bleibt zu hoffen, dass die Parteien bis dahin eine für den Steuerzahler nachvollziehbare Lösung gefunden haben.»

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