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GOSSAU: Sie musizieren statt zu schiessen

Das Rekrutenspiel tourt mit seinen 70 jungen Musikern durch die Schweiz. Halt machte die Formation auch in Gossau, was für zwei Mitglieder ganz besonders war.
Stefan Feuerstein
Gehören zur militärischen Musikgruppe: Philipp Roman, Werner Horber und Etienne Naef (von links) im Fürstenlandsaal. (Bild: Samuel Schalch)

Gehören zur militärischen Musikgruppe: Philipp Roman, Werner Horber und Etienne Naef (von links) im Fürstenlandsaal. (Bild: Samuel Schalch)

GOSSAU. «Für mich ist der Auftritt in Gossau ein richtiges Heimspiel», sagte Etienne Naef über das Konzert des Rekrutenspiels 16-2/2016 vom vergangenen Dienstag. Der 21jährige Gossauer ist seit 15 Jahren Mitglied des Tambourenvereins Fürstenland Gossau und trat nun als Teil der 70köpfigen militärischen Musikergruppe im Fürstenlandsaal auf. «Obwohl wir nach einigen Konzerten schon etwas Routine haben, war dieser Auftritt wieder ein Nervenkitzel», so Naef. Dies insbesondere, da Familienmitglieder, Freunde und auch Vereinsangehörige im Publikum sassen. «In einer solchen Situation will man es natürlich noch besser machen als sonst.» Ebenfalls eine besondere Leistung abliefern wollte der 19jährige Philipp Roman aus Wittenbach: «Es ist schön zu zeigen, was wir im Militär machen, und man kann wirklich stolz darauf sein, hier dabei sein zu können. So viele bekannte Gesichter zu sehen, macht den Auftritt aber schon speziell.»

Militärmusik als Ziel

Im Gegensatz zu den meisten Auftretenden starteten Naef und Roman ihren Dienst nicht im Juli, sondern bereits im März mit dem ersten von drei Rekrutenspielen. Nach sieben Wochen allgemeiner Grundausbildung, wozu unter anderem Sanitätsdienste und Leistungsmärsche gehörten, absolvierten die beiden die militärische Kaderausbildung. Wie sie erklären, besteht der einzige Unterschied zwischen der Rekrutenschule bei der Militärmusik und anderen Rekrutenschulen darin, dass in dieser kein Schiesstraining absolviert werde – dafür bleibe schlicht keine Zeit. Für die beiden Rekruten war schon lange klar, dass sie Teil der Militärmusik sein wollen. «Noch heute erinnere ich mich an einen Auftritt der Militärtambouren vor vielen Jahren an der Olma», so Naef. Für Roman, der als Schlagzeuger schon in der St. Galler Grabenhalle auftrat, kam kein anderer Militärdienst in Frage: «Ich hätte wohl den Zivildienst absolviert, wenn ich die Aufnahmeprüfung nicht geschafft hätte.» Zu dieser gehören neben einem theoretischen Teil auch ein rhythmischer mit Gesang sowie das Vorspielen des Instruments. Rund die Hälfte der Interessierten besteht die Prüfung gemäss Major Werner Horber, der die Gesamtleitung des Rekrutenspiels mit Stabsadjutant Philipp Rütsche teilt.

Musik auf hohem Niveau

Das Programm des Konzerts vom Dienstag war vielfältig: Traditionelle und moderne Musikstücke wurden gespielt, hinzu kamen Showelemente der Tambouren. «Uns ist es wichtig, dass möglichst viele Freude an unseren Auftritten haben», erklärte Berufsoffizier Horber, der nun nach 35 Jahren Anfang 2017 in Pension gehen wird. Wichtig seien jedoch weniger die gewählten Stücke, sondern ihre Umsetzung. «Viele unserer Rekruten musizieren bereits seit Kindesbeinen, sie klingen wie Profis», so der Major. Zudem würden sie durch ihre Ausbildung im Rekrutenspiel stark profitieren. So betonen sowohl Etienne Naef als auch Philipp Roman, dass sie die Erfahrungen als Dirigenten und Leiter aus der Zeit im Rekrutenspiel schätzen und in ihre weitere musikalische Tätigkeit einbringen wollen. Der Erstgenannte als hauptberuflicher Metallbaukonstrukteur weiterhin in Vereinen, der Zweite im Musikstudium in Zürich.

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