GOSSAU: Plötzlich macht Rechnen Spass

An einem Jassturnier versuchten sich Sechstklässler gegen Bewohner des Vita Tertia. Meisterjasser und Initiant Eugen Krapf findet nur lobende Worte für die Teilnehmer, ist aber auch überrascht.

Angelina Donati
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Angelina Donati

angelina.donati

@tagblatt.ch

Verheissungsvoll sitzen sie sich im Restaurant Vita in Gossau gegenüber: acht Sechstklässler aus dem Hirschberg-Schulhaus und acht Bewohner des Alters- und Pflegeheims Vita Tertia. Die Vorfreude auf das Jassturnier ist gross. Eine Schülerin bezeichnet ihre Jasskünste als «so la la» – dennoch mache ihr das Jassen Spass. Auch einer ihrer Kameraden ist begeistert vom Kartenspiel. Er klopfe regelmässig einen Jass mit seinen Grosseltern. Aus dem Häuschen ist auch Initiant Eugen Krapf, der sich freut, dass das Generationen-Duell zustande gekommen ist. Der Altersschnitt bei den Senioren liege bei 84 Jahren – die älteste Teilnehmerin ist sogar 97 Jahre alt. «Meines Wissens ist dieses Turnier schweizweit einmalig», sagt Krapf. Der 87-jährige Gossauer ist amtierender Europameister und zweifacher Schweizer Meister im Schieber-Jassen. «Mir ist es eine Herzensangelegenheit, auch der Jugend die Freude am Jassen weiterzugeben.»

Und schon werden die ersten Karten verteilt: Die Aufregung bei den Teilnehmern steigt. Sie alle wollen eine gute Falle machen. Die Angst, gegen die Senioren zu verlieren, liegt den Schülern ein bisschen im Nacken, wie Lehrerin Andrea Senn gesteht. Allerdings handelt es sich genau bei dieser Klasse um kleine Kenner. Wurden die Schüler doch bereits in der vierten Klasse während einer Projektwoche in die Kunst des Jassens eingeführt. Um sich gegen die erfahrenen «Vita Tertia»-Bewohner behaupten zu können, besuchte Meisterjasser Eugen Krapf die Schüler im Unterricht und gab ihnen Tipps. Mucksmäuschenstill soll es während der Besuche Krapfs gewesen sein. «Wenn man redet, ist man nicht mehr gleich konzentriert», begründet er. Und genau die Konzentration sei nötig, um die Karten zu zählen und somit die Gewinnchancen zu erhöhen. Das Kopfrechnen tue nicht nur gut, sondern geschehe auch ganz automatisch. Plötzlich kann Mathematik also Spass machen. «Dieser Junge da, der zählt schon richtig gut», ist Krapf überrascht. Auch über den respektvollen Umgang der Schüler gegenüber ihm und ihren um ein Vielfaches älteren Spielgenossen ist er erfreut.

Portion Glück spielt auch mit

Jassen verbindet eben und sei ohnehin eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. «Es hält den Geist und das Gedächtnis fit», sagt Krapf. Er muss es wissen, machte ihn sein Vater bereits als Fünfjähriger damit vertraut. Mit sieben bestritt er sein erstes Turnier. Die Leidenschaft ist bis heute geblieben. Eugen Krapf, auch «Jass-papst» genannt, veranstaltet Jassturniere und gibt Kurse. Durch diese Begeisterung entstand eine Freundschaft mit Dani Müller aus den Fernseh-Jass-Sendungen. Auch er ist am Turnier im «Vita Tertia» anzutreffen – als unterstützende Hand.

Nach der ersten Runde gehen die Senioren mit einem leichten Vorsprung in Führung. «Das will noch nichts heissen», sagt Eugen Krapf. Eine Portion Glück spiele eben stets auch mit. Dann aber scheinen die Erfahrung und Routine doch obsiegt zu haben: Drei Stunden später steht fest, dass die Senioren gewonnen haben. Gewonnen haben aber alle, wie der Jassmeister findet: Sie haben etwas Spezielles zusammen erlebt und neue Erfahrungen gemacht.