GOSSAU: Pflege so gefragt wie nie

Die Spitex ist gut unterwegs. Die Rechnung schliesst im Plus, und es wurden rekordhohe 15 000 Pflegestunden geleistet.

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Mit über 36 000 Besuchen und gegen 15 000 Pflegestunden leisteten die Pflegefachfrauen der Spitex Gossau vergangenes Jahr «einen einmalig hohen Einsatz», wie die gegen 100 anwesenden Mitglieder kürzlich an der Hauptversammlung erfuhren. Seit August 2016 bietet die Spitex einen Ausbildungsplatz für eine Fachfrau Gesundheit an und leiste ­damit auch einen Beitrag zur Nachwuchsförderung.

Zudem wurde gemäss Mitteilung erstmals in der 123-jährigen Vereinsgeschichte ein schriftlicher Geschäftsbericht veröffentlicht. «Damit wollen wir uns ­aktiv in Gesellschaft und Politik präsentieren», erklärte Präsident Johann C. Krapf. Von einem erfreulichen finanziellen Ergebnis konnte Finanzchef Edgar Strässle berichten. Bei einem Umsatz von 1,6 Millionen resultierte ein Gewinn von 18 000 Franken.

Heime wollen Pflege selber leisten

Den Anbietern von Altersunterkünften in Gossau bot die Spitex an, die Pflege in den betreuten Wohnungen auszuüben, wie es weiter heisst. Die Einsätze wären mit gleichen Bedingungen wie in der eigenen Wohnung der Patienten geleistet worden. «Die Verhandlungen führten jedoch nicht zum Erfolg, weil die Heime die Pflege selbst leisten wollen.» Auch die Gespräche mit Sana Fürstenland über die Miete von Räumen im geplanten Seniorenzentrum habe man beenden ­müssen.

Skeptisch ist man bei der Spitex bezüglich Freiwilligenarbeit. Da der Vorstand ohne jede finanzielle Entschädigung arbeite, sei es fraglich, ob in Zukunft noch geeignete Personen zum frei­willigen Engagement in diesem Ausmass bereit sein werden. Der Vorstand bearbeitet deshalb ein Projekt für eine fachlich und ­personell verstärkte Geschäftsleitung. Als weitere Neuerung können die Pflegefachfrauen der Spitex Gossau seit einem Monat ein Elektroauto fahren. Dieses wird für zwei Jahre von der ­ A. Lehmann Elektro AG zur Verfügung gestellt. (pd/cor)