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GOSSAU: Neue Voliere im Walter Zoo: Menschen und Sittiche treffen aufeinander

Der Walter Zoo eröffnet eine neue Fütterungsvoliere. Die dort lebenden Wellsittiche werden schweizweit in keinem anderen Zoo gehalten. In dem Käfig können Besucher in direkten Kontakt mit den Tieren treten.
Marc Sieger
Die Sittiche erhalten eine neue Voliere. (Bild: Peer Füglistaller)

Die Sittiche erhalten eine neue Voliere. (Bild: Peer Füglistaller)

Schüchtern strecken die Kinder den Vögeln die Futterstäbchen entgegen. Die Wellensittiche beäugen diese zunächst misstrauisch, dann lässt sich der erste Vogel auf dem Arm eines Mädchen nieder. Kaum hat sich das erste Tier getraut, umschwirrt der ganze Schwarm die Kinder. «Au, das zwickt», kreischt jemand – es folgt ein vergnügtes Lachen.

Die jungen Besucher stehen in der neuen Fütterungsvoliere des Walter Zoos. Gestern eröffneten Karin Federer, Zootierärztin und Mitglied der Geschäftsleitung und Revierleiter Domenic Kast diese offiziell. Der Vogelkäfig ist für die Besucher begehbar.

In freier Wildbahn leben nur grüne Wellensittiche

«Wir haben uns etwas Grosses vorgenommen und umgesetzt» sagt Karin Federer anlässlich der Einweihung. Schon ihr Grossvater Walter Pischl, der den Zoo 1961 gründete, habe wert auf den direkten Kontakt von Mensch und Tier gelegt. So lasse sich auf anschauliche Art wissenswertes über die Tiere vermitteln und die Leute animieren, sich für den Schutz von ausländischen und heimmischen Arten einzusetzen.

In der sechs Meter hohen und 467 Kubikmeter fassenden Voliere leben australische Wellensittiche, Colletsittiche, Hornsittiche und Rosakakadus. Bei den grün gefärbten Wellensittichen handelt es sich um die ursprüngliche Naturform der Tiere, wie Kast erklärt. «In der Natur kommen die Vögel nur in grün vor. Alle anderen Farben wie blau oder gelb sind Züchtungen.» Die Sittiche seien dementsprechend selten. Der Walter Zoo ist schweizweit der einzige Tiergarten, der die Tiere hält. 66 Wellensittiche leben nun in Gossau.

Die sechs bis acht Wochen alten Tiere sind neugierig. Nach anfänglicher Zurückhaltung gewöhnen sie sich schnell an die Besucher und klammern sich an Hände und Arme während sie versuchen die Körner von den Futterstäbchen zu picken. Die anderen Sittiche und Kakadus halten sich im Hintergrund. Nur einer der fünf Rosakakadus scheint keine Zurückhaltung zu kennen. Er hüpft auf dem Boden herum und will den Besuchern die Schuhbändel öffnen.

Fütterungsvoliere befindet sich noch in Testphase

Die Futterstäbchen stellen die Pfleger im Walter Zoo selber her. «So wissen wir genau was darin ist», sagt Revierleiter Kast. Angst, das seine Vögel dick werden wenn sie den ganzen Tag über von Kindern gefüttert werden hat er keine. «Die Stäbchen enthalten nicht sonderlich viel Futter und die Vögel bewegen sich sehr viel.» Die Wellensittiche hätten sogar erstaunlich muskulöse Brustkörbe, erklärt er und klingt dabei etwas stolz.

Wann und für wie lange die Voliere jeweils begehbar ist , ist noch unklar. «Wir müssen schauen, wie die Tiere und Menschen miteinander auskommen», sagt Karin Federer. Schliesslich bräuchten die Sittiche auch mal Ruhe.

In der neuen Fütterungsvoliere treffen Mensch und Vogel aufeinander. (Bild: Peer Füglistaller)

In der neuen Fütterungsvoliere treffen Mensch und Vogel aufeinander. (Bild: Peer Füglistaller)

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