Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

GOSSAU: Mit Profis auf der Bühne

Der Gossauer Nicolas Wild hat die Schauspielerei bereits als verkleideter Kindergärtler als seine Leidenschaft entdeckt. Heute steht er regelmässig mit Profis auf der Bühne und hofft, dass er sein Hobby ebenfalls bald zum Beruf machen kann.
Mirjam Bächtold
Nicolas Wild als Polizist Klein an einer Probe zum Stück «Arsen und Spitzenhäubchen». (Bild: Ralph Ribi)

Nicolas Wild als Polizist Klein an einer Probe zum Stück «Arsen und Spitzenhäubchen». (Bild: Ralph Ribi)

GOSSAU. Er tollt mit Ronja Räubertochter durch die Mathis-Burg, er erschiesst Cavaradossi in «Tosca», und aktuell probt Nicolas Wild für das Stück «Arsen und Spitzenhäubchen», das am 8. April im Theater St. Gallen Premiere hat. Hier spielt er Polizist Klein neben keiner Geringeren als Heidi Maria Glössner. Die 72jährige Schauspielerin hat auf Bühnen in der Schweiz, Deutschland und Österreich gespielt, ist bekannt aus «Herbstzeitlosen» und «Usfahrt Örlike» und spielt im neuen Film «Youth – La giovinezza» an der Seite von Hollywoodgrössen wie Michael Caine und Jane Fonda. «Sie verhält sich nicht wie ein Star, hat mir gleich das Du angeboten, und sie hat mir nach den Proben gesagt, ich hätte ein gutes Timing beim Spiel und ein Gespür, die Sätze zu betonen», sagt Nicolas Wild. Gefreut hat er sich natürlich über dieses Lob, trotzdem mag er es nicht, schon vor der Premiere solche Lorbeeren zu erhalten. «Ich bin dann immer verlegen und weiss nicht, was ich sagen soll», sagt der 22-Jährige.

Von Profis lernen

Nicht nur Glössner, auch der Regisseur Stefan Müller ist von Nicolas Wilds schauspielerischem Talent begeistert. «Ich glaube, er war etwas überrascht, dass ich so viel kann», sagt Wild. Denn der Gossauer ist kein Profischauspieler, er arbeitet als Lebensmitteltechnologe und steht nur in seiner Freizeit auf der Bühne. Für ihn ist es deshalb eine tolle Erfahrung, gemeinsam mit den Profis zu spielen, nicht nur als Statist, sondern als Kleindarsteller, der auch in der Besetzungsliste namentlich und mit Foto aufgeführt wird. «Ich kann viel von den anderen lernen, zum Beispiel, wie man an eine Rolle herangeht. Nicht nur von Heidi Maria Glössner, auch Bruno Riedl und Matthias Albold bewundere ich sehr.» Am liebsten spielt er aber mit Diana Dengler. «Es macht Spass, mit ihr immer neue Sachen auszuprobieren und dann zu diskutieren. Wir arbeiten richtig zusammen an unseren Szenen.»

Es ist nicht selbstverständlich, dass Laiendarsteller Rollen mit Text erhalten. Normalerweise stehen sie als Statisten im Hintergrund auf der Bühne. Nicolas Wild staunte deshalb nicht schlecht, als Schauspieldirektor Tim Kramer ihn 2009 anfragte, ob er in «Maria Stuart» den Pagen, eine kleine Sprechrolle, spielen wollte. Ohne mit der Wimper zu zucken, hat der damals 16-Jährige zugesagt und sogar einen Vertrag als Kleindarsteller erhalten.

Tim Kramer hat Nicolas Wild im Stück «The killer in me is the killer in you my love» gesehen, dass der Jugendtheaterclub inszeniert hatte. «Am Anfang hatte ich grossen Respekt, mit den richtigen Schauspielern auf der Bühne zu stehen. Aber sie nahmen mich herzlich auf.»

Einmal sogar eine Hauptrolle

Nicolas Wild hat schon im Kindergarten gerne Theater gespielt und sich verkleidet. So richtig begann er damit aber erst in einer Theatergruppe für Kinder und Jugendliche in Wittenbach, wo er damals wohnte. «Meine Kollegen konnten alle etwas besonders gut. Ich erkannte, dass meine Stärke das Theaterspielen war», sagt er. Als er 14 Jahre alt war, wurde er Mitglied im Jugendtheaterclub und wirkte in mehreren Inszenierungen mit. Nach «Maria Stuart» folgten weitere Angebote für kleine Rollen, in «Das Gespenst von Canterville» hatte Nicolas Wild sogar eine der Hauptrollen. Es gefällt ihm, verschiedene Figuren zu verkörpern. «Ich geniesse es, auf der Bühne etwas ausleben zu können, das im richtigen Leben nicht geht, wie Wut zum Beispiel.» Nicolas Wild versucht bei jeder Rolle, etwas von sich einzubringen, ohne sich selber ins Zentrum zu stellen. «Theater ist live, es ist echt und spontan. Deshalb gefällt es mir so gut.»

Beruflich ans Theater

Ein Hobby soll die Schauspielerei nicht bleiben. Im Sommer will Nicolas Wild wieder an Vorsprechen bei verschiedenen Schauspielschulen teilnehmen. Bis jetzt war er erst an drei Vorsprechen, einmal schaffte er es in die zweite Runde. Im Sommer beginnt er die Berufsmittelschule, um eine Matura zu haben und studieren zu können, falls es mit der Schauspielerei nicht klappen sollte. Sein Hauptziel ist aber nach wie vor, einmal als Profi auf der Bühne zu stehen, genauso wie jetzt seine Kollegen vom Theater St. Gallen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.