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GOSSAU: Letzte Sitzung mit Stadtpräsident Alex Brühwiler: Parlament stellt Millionen für Schwimmbad bereit

Die Stadt Gossau hat das Geld für ein neues Hallenbad schon fast beisammen. Das Parlament hat am Dienstag die Einlagen in die Reserve genehmigt. Dagegen gesträubt hat sich nur die SVP.
Sebastian Schneider
Stadtpräsident Alex Brühwiler nahm am Dienstag an seiner letzten Parlamentssitzung teil. (Bild: Ralph Ribi (Archiv))

Stadtpräsident Alex Brühwiler nahm am Dienstag an seiner letzten Parlamentssitzung teil. (Bild: Ralph Ribi (Archiv))

Es kann vorwärts gehen. Die Stadt Gossau hat für das geplante Hallenbad Buechenwald den nötigen Millionenbetrag so gut wie beisammen. Der Überschuss aus dem vergangenen Finanzjahr wird grösstenteils in eine Reserve gelegt, die nun über 20 Millionen Franken wert ist. Das Parlament hat diesen Schritt am Dienstagabend an seiner Sitzung im Fürstenlandsaal beschlossen. Die SVP wollte von zweckgebundenen Einlagen zwar nichts wissen, doch die übrigen Fraktionen konnten sich auf einen «politisch klügeren» (Stefan Harder, Flig) Antrag von CVP, FDP und Flig einigen. Am Ende stimmte auch die SP dem Antrag zu, der vorsah, die Überschüsse auf verschiedene Bereiche zu verteilen.

Für die Parlamentarier zählt nicht nur der Sport

1,5 von 9,2 Millionen Franken Gewinn aus der Stadtkasse und den Stadtwerken kommen der Kultur zugute. Der Betrag soll fürs geplante Haus der Kultur auf die Seite gelegt werden. Zudem hat die Zweidrittelsmehrheit beschlossen, kleinere Beträge etwa für die Orts- und Verkehrsplanung zu verwenden. Übrig bleiben rund 7,6 Millionen Franken fürs Hallenbad Buechenwald, womit die Abweichung vom Vorschlag des Stadtrats gering ist. Den Stadtparlamentariern allerdings war es ein Anliegen, ein «Signal nach aussen» zu senden. Die Steuerzahler sollen feststellen können, dass man nicht nur den Sport unterstützen wolle, sondern auch Rücksicht nehme auf andere Interessensbereiche – trotz aller Wichtigkeit der Sportstätten.
So oder so sieht es gut aus fürs neue Hallenbad, für das sich Gossauerinnen und Gossauer in der Grundsatzabstimmung Ende 2013 ausgesprochen haben. Kurz vor der Parlamentssitzung liess die Stadt per Communiqué verlauten, dass man mit dem Projektwettbewerb loslegen könne. Für die Planungsbüros beginnt in diesen Tagen das Bewerbungsverfahren. Nach den Sommerferien soll feststehen, welche acht bis zwölf Teams ein Projekt ausarbeiten können. Im März 2019 wird planmässig das Siegerprojekt gekürt, und die Projekte werden öffentlich ausgestellt. In der Folge braucht es einen Planungs- und einen Baukredit. Baustart ist frühestens 2024 und Inbetriebnahme frühestens 2025.

Die Gewinnverwendung war das einzige Geschäft, das Gräben im Parlament auftat. Bevor die Jahresrechnung 2017 einstimmig genehmigt wurde, hatten die Präsidenten aller Fraktionen auf ein Loblied auf die Finanzverwaltung und deren Chef, Heinz Loretini, eingestimmt. Der gefeierte Finanzverwalter sass still und aufmerksam an einem Tischchen neben dem Stadtrat. Unklarheiten musste er indes keine beseitigen. Die Fragen in der Debatte richteten sich vorwiegend an den Stadtpräsidenten Alex Brühwiler, der zum letzten Mal im Parlament sass (siehe unten). Die übrigen finanztechnischen Anträge wurden denn auch einstimmig angenommen. Auch die Anpassung der Bilanz ging diskussionslos über die Bühne. Diese wird sich mit der neuen Buchhaltung von über 131 auf rund 241 Millionen Franken beinahe verdoppeln.
Einigkeit bestand auch darüber, für die Beteiligung am Energienetz GSG und die Öffnung der Maitlisek für Realschülerinnen je eine fünfköpfige Vorberatende Kommission einzusetzen.

«Schade, dass du endlich gehst»

Er hat ein hervorragendes Namensgedächtnis, juristisches Know-How, ein politisches Gespür und eine Vorliebe für Bier: Alex Brühwiler, Gossaus erster Stadtpräsident. Der parteilose Einzelkämpfer erlebte am Dienstagabend im Fürstenlandsaal seine letzte Sitzung im Stadtparlament. Zum Abschluss liess er die Jahresrechnung 2017 genehmigen, die – wie viele andere Abschlüsse in seiner über 17-jährigen Amtszeit – mit einem satten Gewinn abschliesst. Die Fraktionspräsidenten liessen es sich nicht nehmen, einige Abschiedsworte an den scheidenden Präsidenten zu richten. Und ihn zu beschenken. Markus Rosenberger von der SVP hielt fest, dass Brühwiler nicht nur beim Bier trinken gerne zum Portemonnaie greift. In seiner Amtszeit habe er gegen 1,5 Milliarden Franken Steuergelder ausgegeben. Dafür, räumte Rosenberger ein, habe er noch mehr eingenommen; es resultiere ein Gesamtertragsüberschuss von zirka 52,5 Millionen Franken. Sandro Contratto von der FDP lobte Brühwilers Hartnäckigkeit und Herzblut. Auch wenn man nicht immer die gleiche Meinung teilte; nachtragend sei Brühwiler nie gewesen. Er habe stets verstanden, Persönliches und Politisches auseinanderzuhalten. «Was für ein Zufall», stellte Florian Kobler von der SP lachend fest. «Dass du ausgerechnet am 1. Mai deinen Abschied im Parlament hast.» In der Folge betonte Kobler die Gemeinsamkeiten mit der SP; es waren einige. Stefan Harder von der Flig erlaubte sich einen kleinen Gag und stellte Brühwiler ein Arbeitszeugnis aus. Dieses darf sich zeigen lassen, einzig bemängelte Harder, dass Brühwiler manchmal etwas kämpferischer hätte auftreten können. Roman Steiger von der CVP überzeugte mit einem Wortspiel. Er spielte mit dem Gegensatz zwischen formell und nominell. So habe Brühwiler zum Beispiel formell etwas zu erklären versucht, nominell aber seinen Zuhörern 15 Silben pro Sekunde um die Ohren gehauen. Brühwiler verzichtete (noch) auf grosse Worte. Vielmehr wies er auf sein Abschiedsfest am 29. Mai hin. Doch ganz unvorbereitet kam er nicht. Und so wusste er zusammenfassend zu sagen, dass die meisten Parlamentarier wohl dächten: «Schade, dass du endlich gehst.» (ses)

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