Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

GOSSAU: Kranker Baum war Risiko

Kaum wurde im Andreaspark eine Buche gefällt, gab es schon Kritik. Förster und Kirchgemeinde verteidigen die Fällung. Alles andere wäre an diesem Treffpunkt für junge Familien unverantwortlich gewesen.
Johannes Wey
Mit dem Wegfall einer der vier Blutbuchen im Andreaspark wurde auch die Symmetrie der Baumgruppe gebrochen. (Bild: Urs Bucher)

Mit dem Wegfall einer der vier Blutbuchen im Andreaspark wurde auch die Symmetrie der Baumgruppe gebrochen. (Bild: Urs Bucher)

GOSSAU. Fast ein Jahrhundert stand die Blutbuche im Andreaspark – dann wurde ihr ein jähes Ende bereitet. Vergangene Woche brach ein grosser Ast vom Baum ab und stürzte zu Boden. Bereits am Freitagnachmittag wurde der Baum daraufhin gefällt.

Baumfällungen sind immer ein emotionales Thema, umso mehr, wenn es um solch markante Exemplare an vielbesuchten Standorten geht. Schon bald ging auf der Redaktion ein Leserbrief ein, in dem die Fällung bedauert und kritisiert wurde (Tagblatt vom Dienstag). «Wer auch immer entschieden hat, diesen Veteranen innert Tagen zu fällen, hat die ganze Parklandschaft mit den vier Blutbuchen als Einheit zerstört», hiess es da. Und: «In anderen Ländern werden solche Bäume bewundert, verehrt und in Register für schützenswerte Veteranen respektive Naturdenkmäler aufgenommen.»

Stadt erlaubt Fällung des geschützten Baums

In ein Schutzregister eingetragen war auch die Blutbuche im Andreaspark, sagt Revierförster Patrik Schilling. Die Stadt Gossau habe das Fällgesuch aber rasch gutgeheissen, denn die Buche sei nicht mehr zu retten gewesen. Den Baum durch Zurückschneiden zu entlasten, wäre vom Ausmass her einer Verstümmelung gleichgekommen und hätte kaum Nutzen gebracht. «Diesen Baum so stehen zu lassen, konnte niemand verantworten», sagt Schilling. Er habe schon vor drei Jahren einen Pilzbefall durch die Buchenrindennekrose festgestellt. Diese verursachte Wunden, durch die weitere Pilze eindringen konnten. «Der Stamm war bis zu einem Drittel durchgefault», sagt der Förster. Dass der Ast ohne Wind, Schnee oder starken Regen abgebrochen sei, spreche für sich. Und die Sperrung habe man nicht durchsetzen und deshalb auch nicht lange aufrechterhalten können.

Schilling hofft nun, dass die anderen drei Blutbuchen den Verlust des «Nachbarn» gut verkraften. Denn einzelne Bäume aus kleinen Gruppen zu entfernen sei immer heikel. «Die Bäume sind miteinander gross geworden und haben sich gegenseitig vor Witterungseinflüssen geschützt.» Schilling versichert aber, dass ein Ersatz für die gefällte Blutbuche gepflanzt werde.

Noch mehr kranke Bäume um Andreaskirche

Das Ende des Baums bedauert auch Ruedi Manser, der Präsident der Katholischen Kirchgemeinde. Er war es, der den mehrere Meter langen abgebrochenen Ast am Dienstag vor einer Woche entdeckte. «Der Park, speziell der Schatten dieser Bäume, ist ein Treffpunkt für junge Mütter geworden. Das setzte uns natürlich unter Zugzwang.» Anhand von historischen Fotos hat Manser herausgefunden, dass die vier Bäume zwischen 1920 und 1927 gepflanzt wurden, also rund 90 Jahre alt sind.

Probleme mit faulen Bäumen hat die Kirchgemeinde auch auf der anderen Seite der Andreaskirche, beim Meier'schen Platz. Von ursprünglich zwölf Rosskastanien, die den Platz ursprünglich säumten, musste bereits die Hälfte gefällt werden. Drei der Bäume waren vergangenes Jahr dran. Wie sich zeigte, waren sie innen zu grossen Teilen bereits durch Fäulnis ausgehöhlt. Zwei weitere kranke Kastanien können laut Manser noch maximal fünf Jahre erhalten bleiben, die übrigen könnten bei regelmässiger Pflege allenfalls noch zehn Jahre stehenbleiben. Der Wegfall der Kastanien ist der Hauptgrund, weshalb die Kirchgemeinde den Meier'schen Platz neu gestalten will. Nach dem Bau des Andreas-Saals will man aber noch zuwarten (Tagblatt vom 16. August). «Der Bau hat viele Ressourcen in Anspruch genommen. Ausserdem wollen wir nun beobachten, wie der Saal wirkt und mit dem Platz interagiert», sagt Manser. Deshalb werde man die Neugestaltung nun ein oder zwei Jahre ruhen lassen. Eines hält Manser aber fest: Um den Meier'schen Platz wird es wieder Bäume geben. Und zwar andere Kastanien, die das Klima in diesen Breitengraden besser ertragen als ihre Vorgänger.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.