GOSSAU: Kranke Bäume gefällt

Vier Kastanien wurden gestern am Bedaplatz in Gossau gefällt. Die Bäume waren innerlich am Verfaulen und teils hohl. Die wahre Ursache wurde erst nach dem Fällen klar.

Cyril Janak
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Vier Kastanienbäume wurden am gestrigen Morgen am Bedaplatz in Gossau gefällt. (Bild: Ralph Ribi)

Vier Kastanienbäume wurden am gestrigen Morgen am Bedaplatz in Gossau gefällt. (Bild: Ralph Ribi)

GOSSAU. Plötzlich wird es um 7.15 Uhr laut rund um den Bedaplatz. Es riecht nach Spänen und man hört Holz knacken. Vier von insgesamt sieben Kastanien müssen gefällt werden. Sie sind krank und stellen eine Gefahr dar. «Die Äste sind verfault und hohl. Eine Frage der Zeit, bis einer abbricht», sagt Revierförster Patrik Schilling. Entgegen der Vermutung, welche die Stadt Gossau in einer Mitteilung äusserte (Tagblatt vom 21. Januar), sind die Ursachen für die massiven Faulstellen das Alter, der Standort und der «Sonnenbrand» auf der Oberseite der Äste. Ausserdem ist die Fäulnis durch Schnittstellen im Bereich der Kronen entstanden und in die Stämme eingedrungen.

Gefahr schwer zu erkennen

Von unten betrachtet sehen die Bäume gesund aus. Beim Zurückschneiden der Äste im Dezember entdeckte man, dass die Äste verfault sind. «Ich habe mir die Bäume dann angeschaut und entschieden, dass wir sie komplett fällen müssen», sagt Schilling. Eine andere Option wäre, nur die Äste zu stutzen. Die kahlen Stämme böten aber keinen schönen Anblick. So wird Ast um Ast vom Baum getrennt, bis nur noch der Stamm übrig bleibt. Für diesen benötigt es dann noch einen Querschnitt an der Wurzel und schon ist der erste Baum weg. Viele der Äste sind ausgehöhlt und haben faustgrosse Löcher. Das Ausmass der Fäulnis erkennt Schilling auch während des Beladens des Lastwagens. Die Zange des Transporters kann die Äste kaum greifen, ohne dass sie brechen. Nachdem der zweite Baum fällt, zählt Schilling die Ringe im Stumpf. Er schätzt das Alter auf circa 80 Jahre. Die Bäume wurden in zwei Etappen in den Wald abtransportiert. Dort werden sie zerhackt und dann in die Kaserne Neuchlen zum Heizen verfrachtet.

Wasser weist auf Fäulnis hin

Zurück auf dem Bedaplatz sieht Schilling eine grosse Menge an Wasser in einem Stumpf. «Im Sommer, während der Vegetation, wäre das normal. Im Winter deutet es jedoch auf Fäulnis hin», erklärt Schilling. Die übriggebliebenen drei Kastanien sind von der Krankheit nicht befallen. Nach 90 Minuten des Sägens ist es bereits wieder ruhig rund um den Bedaplatz. Von den vier grossen Bäumen sind nur noch ein paar Holzspäne und die Stümpfe übrig. Diese entfernen die Förster später noch. Übrig bleiben nur die Späne.

Neue Bäume in Planung

Für Ersatz ist bereits gesorgt. Die Baumlücke beim Parkplatz wird in diesem Frühling mit Spitzahornen gefüllt.

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