GOSSAU: Keine Arte Notturna und kein Chef

Das Ende der Arte Notturna ist definitiv besiegelt. Die IG Kultur Region Gossau will stattdessen spezielle Stadtführungen anbieten. Mit Mühe konnten zwei neue Vorstandsmitglieder, aber kein Präsident gefunden werden.

Nina Rudnicki
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Die Arte Notturna, hier mit Renato Kaiser in der Stadtbibliothek, fand 2013 definitiv zum letzten Mal statt. (Bild: Michel Canonica)

Die Arte Notturna, hier mit Renato Kaiser in der Stadtbibliothek, fand 2013 definitiv zum letzten Mal statt. (Bild: Michel Canonica)

GOSSAU. «I am a Swissmaker», singt der Hauptdarsteller Vincenzo Gautieri in der Rolle des Moritz Fischer auf der Bühne des Fürstenlandsaals in Gossau. Der berühmte Satz stammt aus dem Musical zum erfolgreichsten Schweizer Film «Die Schweizermacher» von Rolf Lyssy. Eine Woche, bevor der Theaterverein Fürstenland mit dem Musical Premiere feiert, hat die IG Kultur Region Gossau zu ihrer Generalversammlung eingeladen. Zur Einstimmung wohnen die Mitglieder einer Musical-Probe bei. «Die kulturellen Vereine werden ein gutes Echo nach aussen tragen», sagt Georges Meyer, Präsident der IG Kultur, während einer Pause zwischen zwei Stücken. Genau dies ist der Zweck der Interessengemeinschaft, der 35 Vereine und Institutionen angehören: Die einzelnen Vereine sollen näher zusammenrücken und ihre gemeinsamen kulturellen Interessen in der Öffentlichkeit vertreten.

Aufruf ohne Wirkung

Ganz so einfach hat sich diese vereinsübergreifende Zusammenarbeit in jüngster Zeit allerdings nicht gestaltet, wie an der siebten Generalversammlung der IG deutlich wird. Präsident Georges Meyer sowie Vorstandsmitglied Eugen Bühlmann sind von ihrem Amt zurückgetreten. Die Suche nach Nachfolgern hat sich als ziemlich schwierig erwiesen. «Der Aufruf bei den Vereinen ist verdampft wie ein Tropfen auf dem Sommerteer», sagt Meyer.

Am Ende habe man aber doch noch zwei Kandidaten «überreden» können. Urs Mauchle von der Stadtmusik Gossau und der Gossauer Gastronom Thomas Breitenmoser wurden denn auch einstimmig in den Vorstand gewählt. Wer neuer Präsident wird, ist allerdings bis auf weiteres noch offen.

Auch die Arte Notturna, die Gossauer Kulturnacht, wird nicht mehr stattfinden. «Wir haben uns gefragt, ob so ein Vereinsanlass überhaupt sinnvoll ist und ob es nicht besser wäre, nach neuen Ideen zu suchen», sagt Meyer. Die Arte Notturna wolle man daher in bester Erinnerung behalten.

Stattdessen sind thematische Stadtführungen in Gossau und der Umgebung geplant. Genaueres ist allerdings noch nicht zu erfahren: Die Führungen seien noch in Bearbeitung und werden laut Meyer bald auf der Homepage aufgeschaltet.

Coversongs in der Markthalle

Der Treff 13, eine monatliche Veranstaltungsreihe, ist hingegen «auferstanden». «Wir haben neue Helfer gefunden und den Anlass gerettet», sagt Meyer. Am kommenden Mittwoch findet der Anlass zum erstenmal im Jahr 2016 wieder in der Markthalle statt. Auftreten wird die Ostschweizer Coverband Trademark. Einen Monat später, am 13. Mai, spielen Kilray.

Ein Fonds für grössere Projekte

Die Jahresrechnung 2015 und das Budget 2016 werden einstimmig genehmigt. Erstere schliesst mit einem Gewinn von rund 170 Franken, für das aktuelle Jahr wird mit 390 Franken Gewinn gerechnet. «Der eher kleine Gewinn erklärt sich damit, dass wir pro Jahr so viel wie möglich in unseren Fonds für <Projekte öffentliche Plätze> einzahlen», sagt Kassierin Alexandra Mathà Brändle. So könne man einmal in ein grösseres Vorhaben investieren. Am Ende des Abends bleibt der Aufruf der Musikvereine, dass ihnen noch immer Probelokale fehlten. «Diesbezüglich hat die Kultur gegenüber dem Sport einen schweren Stand», sagt Meyer.