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GOSSAU: Kanton hält an Deponie fest

Trotz Bedenken von Anstössern bleibt der Kanton dabei: Auf dem Radmoos soll später Aushubmaterial deponiert werden. Auch ein Lärmschutzwall wäre dem Kanton recht.
Sebastian Schneider
Die Senke im Radmoos könnte sich dereinst in einen kleinen Hügel verwandeln. (Bild: Vanessa Mengel)

Die Senke im Radmoos könnte sich dereinst in einen kleinen Hügel verwandeln. (Bild: Vanessa Mengel)

Sebastian Schneider

sebastian.schneider@tagblatt.ch

Deponien sind etwa so beliebt wie Mobilfunkantennen – niemand will sie in seiner Nähe haben. Und doch sind sie, wie Antennen, unverzichtbar. Der Kanton sucht nach wie vor Flächen, wo Aushubmaterial angekarrt und deponiert werden kann. Im Gebiet zwischen Gossau und Niederbüren sind gleich acht Standorte auf dem Radar von Deponieplanern. Der Gossauer Stadtrat und der Niederbürer Gemeinderat wehrten sich denn auch, als der Kanton im vergangenen Jahr das Radmoos als Deponiestandort in den Richtplan aufnehmen wollte. Der Stadtrat sprach in diesem Zusammenhang gar von «Überkapazitäten». Verantwortliche des Kantons sehen das erwartungsgemäss anders: «Von Überkapazitäten sind wir momentan kilometerweit entfernt», sagt Tensing Gammeter vom Amt für Umwelt. In der Vernehmlassung habe man die Bedenken der Gemeinden sowie auch jene des Vereins Wasserversorgung Nutzenbuech-Rüeggetschwil berücksichtigt. Dennoch: Der Kanton hält am Standort fest. Das Radmoos ist als Deponiestandort im Richtplan eingetragen, wie die Stadtkanzlei gestern per Mitteilung informiert hat.

Das Problem mit den Quellen ist vermerkt

Die Neuigkeit dürfte den Anstössern des Gebiets nicht gefallen. Wenn auch Gammeter relativieren kann: «Auf dieser Stufe der Planung können noch gar keine konkreten Probleme behandelt werden», sagt er. Derzeit gehe es ja erst darum, den Standort im Richtplan festzulegen. Wie gross die Deponie sein soll, wohin sie genau zu stehen kommt oder welche Einschränkungen es sonst noch gibt, seien alles Fragen, die während der Projektierung aufgegriffen werden müssen. Die Sorgen der Anstösser, wonach die Deponie das Wasser aus den Quellen im ganzen Gebiet belasten könnte, seien in den Vernehmlassungsbericht aufgenommen worden. «Wer mit der Projektierung beginnt, sieht also, worauf er Rücksicht zu nehmen hat», sagt Gammeter. Bis mit der Planung angefangen werden kann, werden aber noch Monate ins Land ziehen: Der Richtplan muss noch durch den Bund bewilligt werden. Die Genehmigung dürfte laut Gammeter im Sommer erfolgen.

Kanton sichert Unterstützung zu

Die gestrige Medienmitteilung der Stadt enthält einen aus Gossauer Sicht durchaus erfreulichen Teil. Der Kanton sehe sich nämlich bereit, die Stadt bei der Planung eines Lärmschutzdammes entlang der Autobahn «im Rahmen seiner Möglichkeiten» zu unterstützen. Damit erhält die Idee, die bereits in den 1980er-Jahren geboren wurde, wieder Auftrieb. Eine solche Deponie dient beiden Seiten: Der Kanton bekommt viele Kubikmeter Volumen für Aushubmaterial, die Gemeinde bekommt von der Bischofszellerstrasse bis zur Lindenstrasse einen Schutz gegen den Autobahnlärm. Stadtparlamentarier Alfred Zahner gibt sich auf Anfrage erfreut über die Neuigkeit. Zahner hat sich während Jahren immer wieder für den Lärmschutzwall starkgemacht. Allerdings dürfte es noch dauern, bis ein solcher Damm steht. Denn bis eine Deponie im kantonalen Richtplan aufgenommen werden kann, dauert es mindestens eineinhalb Jahre.

Die Planung von Deponien ist schwierig. Tensing Gammeter betont, dass ein Eintrag in den Richtplan noch lange keine Baubewilligung darstellt. So sei auch völlig unklar, wie viele der acht angerissenen Deponien tatsächlich realisiert werden.

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