GOSSAU: «Jede ist eine Gewinnerin»

Die Krone konnte Dijana Cvijetic nicht in die Schweiz holen. Dennoch ist sie überglücklich, an der Miss-Universe-Wahl teilgenommen zu haben. Sie erzählt von ihren «Schwestern», dem Kollaps und wenig Schlaf.

Angelina Donati
Drucken
Teilen

Angelina Donati

angelina.donati

@tagblatt.ch

Knapp drei Wochen lang buhlte die amtierende Miss Universe Schweiz mit 85 Konkurrentinnen in Manila auf den Philippinen um den begehrten Missen-Titel. Sie alle hatten dasselbe Ziel: zur Miss Universe 2016 gekürt zu werden. «Eine der schönsten Zeiten meines Lebens, die ich nie vergessen werde», sagt Dijana Cvijetic kurz nach der Verkündung des Wahlresultats auf An­frage. Für die Gossauerin, die schon an mehreren Miss-Wahlen teilgenommen hat und sich auch die eine oder andere Auszeichnung sichern konnte, reichte es dieses Mal allerdings nicht. Noch vor der Finalrunde der Top 13 schied die 23-Jährige aus. Welchen Platz sie genau erreicht hat, sei nicht bekannt. Enttäuscht gibt sich die Schweizer Vertreterin über das Ausscheiden aber nicht. «Jede von uns ist eine Gewin­nerin», sagt Dijana Cvijetic. Sie habe während dieses Wettkampfs viel gelernt, sich weiterentwickelt und sei sehr stolz auf sich.

Lediglich vier bis fünf Stunden Schlaf

Eine leichte Sache war es dennoch nicht. Monatelang bereitete sich die junge Gossauerin auf den Wettkampf vor. Sie machte diszipliniert Sport und verzichtete auf Kohlenhydrate und Zucker. Als sie wenige Tage vor ihrer Abreise auf die Philippinen ihr Nationalkleid aus St. Galler Spitze erstmals anprobierte, war sie voller Freude und sichtlich stolz. Die lange Schleppe habe ihr auch bei der Präsentation auf der Bühne keine Mühen bereitet. Auch sei das Kleid der etwas anderen Art von verschiedenen Seiten her gelobt worden, worüber sich Dijana Cvijetic besonders freute.

So schön sie die Zeit auf den Philippinen auch in Erinnerung behält, so war doch jeder einzelne Tag mit einem dichten Programm gefüllt. «Wir waren die ganze Zeit ausgebucht und sind dadurch ans Limit gestossen», sagt Dijana Cvijetic. Gerade mal für vier bis fünf Stunden Schlaf habe es jeweils gereicht. «Einige Frauen waren so müde, dass sie sogar, während sie geschminkt wurden, eingeschlafen sind.» Bei den Proben wurde auch die Goss­auerin von einer Erschöpfung übermannt. Sie bemerkte noch, dass mit ihr etwas nicht stimmte, ehe sie plötzlich zusammensackte. Vom Kreislaufkollaps habe sie sich aber schnell wieder erholt, wie sie betont. Auch habe sie auf die Betreuung eines Ärzteteams zählen dürfen.

So oder so ist Dijana Cvijetic dankbar für die vielen Erlebnisse, die sie gemacht hat. Für die Gewinnerin, die Französin Iris Mittenaere, findet sie nur lobende Worte. «Als ihr die Krone aufgesetzt wurde, habe ich vor Freude geweint.» Die wenigsten hätten mit ihrem Sieg gerechnet. Es sei aber «mega toll», dass der Titel nach so langer Zeit wieder nach Europa gehe. Auch wenn alle das gleiche Ziel hatten – das gemeinsame Erlebnis hat die Frauen ­zusammengeschweisst. «Es sind unglaubliche Freundschaften entstanden», sagt Dijana Cvijetic. Sie werde ihre «Miss-Universe-Schwestern» sehr vermissen.