GOSSAU: IG Sport will das Gesamtpaket

Die IG Sport stellt sich einstimmig hinter den Masterplan Sportanlagen und will auch Tennis, Schiessen und Judo einbeziehen. Die Sportvereine sollen geschlossen zusammenstehen, wenn es zur Abstimmung kommt.

Johannes Wey
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Von den Parkanlagen im Gebiet Buechenwald würde gemäss IG Sport die breite Bevölkerung profitieren. (Bild: Visualisierung: PD/Stadt Gossau)

Von den Parkanlagen im Gebiet Buechenwald würde gemäss IG Sport die breite Bevölkerung profitieren. (Bild: Visualisierung: PD/Stadt Gossau)

Johannes Wey

johannes.wey@tagblatt.ch

Vorstandsmitglied Florian Kobler hatte sich ein «deutliches Signal» von den Mitgliedern der IG Sport gewünscht (Tagblatt vom 27. Januar). Der Wunsch ging in Er­füllung: Am Montag haben sich die 31 Mitglieder-Vereine einstimmig hinter den Masterplan Sportanlagen gestellt. Ebenso einstimmig wurde der Vorstand verpflichtet, sich dafür einzu­setzen, dass auch die Sportarten Tennis, Schiessen und Judo berücksichtigt werden.

Der Rückhalt bei den Sportvereinen ist wenig verwunderlich. Schliesslich geht es beim Masterplan um Investitionen in der Grössenordnung von über 80AABB22Millionen Franken in die Sportinfrastruktur. Mit den drei weiteren Sportarten dürfte nochmals ein zweistelliger Millionenbetrag hinzukommen.

Hohe Kosten bringen einen Gegenwert

Den hohen Kosten stellt die IGAABB22Sport in einer Mitteilung den grossen Bedarf gegenüber: «Die Gossauer Vereine kämpfen seit Jahren um Verbesserungen der in die Jahre gekommenen Sport­infrastruktur.» Es fehlten grosse Hallen und hoher Sanierungsbedarf bestehe so oder so. Sollten die Mittel dereinst gesprochen werden, ginge es weitere zehn Jahre, bis alle Projekte umgesetzt sind. Da müssten sich die Vereine «durchbeissen», schreibt die IG.

Für Martin Wicki, IG-Vizepräsident und im Vorstand ­mitverantwortlich für die Sport­anlagen, war es wichtig, dass die IG als Interessenvertretung des Sports deutlich Ja sagt. «Der ­Masterplan ist ein Generationenprojekt. Es braucht einen grossen Wurf.» Das sei sehr viel erfolgversprechender als mehrere Einzelprojekte.

Wicki spricht damit auch die Frage der Finanzierung an. Nachdem sich der Stadtrat ursprünglich für einen grossen Rahmenkredit ausgesprochen hatte, liess er es bei der Präsentation der Vertiefung zum Masterplan offen, ob nicht doch einzelne Vorhaben zur Abstimmung kommen sollten. Dies, nachdem er die Kostenschätzung von mindestens 63 auf über 82 Millionen Franken korrigiert hatte, worin drei Sportarten noch nicht berücksichtigt sind (Tagblatt vom 25. Januar).

Wie der Stadtrat verweist diesbezüglich auch die IG Sport auf den Zusatznutzen, welcher die Mehrinvestitionen brächten. Ein erheblicher Teil der Mittel würde in attraktive Parkanlagen fliessen. Davon profitieren die ­ganze Bevölkerung und nicht zuletzt die Schulen, die Quartiere und der öffentliche Spielplatz, so die IGAABB22Sport.

Zudem betont Wicki die Bedeutung des Breitensports für Gossau. Dieser trage nicht nur zur Gesundheit bei, sondern sei Lebensschule und biete eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Moderne Sportanlagen wären seiner Meinung nach auch ein wichtiger Standortvorteil für die Stadt Gossau.

Reihen schliessen für den Abstimmungskampf

Die Bevölkerung zu überzeugen wird mit den höheren Kosten nicht einfacher. Dessen ist sich auch Martin Wicki bewusst. Gerade deshalb sei es wichtig, die Sportarten, die bislang im Masterplan noch nicht berücksichtigt sind, mit ins Boot zu holen. «Entscheidend ist, dass die Sport­vereine geeint auftreten.» Auch darum sollen die Sportanlagen als Gesamtprojekte und nicht als einzelne Kredite vors Volk kommen. Der Vorstand der IG Sport sei trotz der höheren Kosten noch immer optimistisch. In Wil hätten die Vereine im Vorfeld zur Abstimmung über die Sportanlagen Bergholz ihre Interessen ebenfalls erfolgreich vertreten. Und auch die IG Sport hat bei der Grundsatzabstimmung über ein neues Hallenbad in Gossau erfolgreich Abstimmungskampf betrieben. «Diese Beispiele zeigen, was möglich ist, wenn man zusammensteht», sagt Wicki.