GOSSAU: Hund und Herrchen im Einklang

Hundekurse sind seit Anfang Jahr nicht mehr obligatorisch. Trotz oder gerade deswegen wollen Urs Muff und Sandra Zimmermann Halter und ihre Vierbeiner trainieren. In Gossau eröffnen sie eine Schule.

Angelina Donati
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Sandra Zimmermann und Urs Muff auf dem neuen Ausbildungsplatz in Gossau. (Bild: Benjamin Manser)

Sandra Zimmermann und Urs Muff auf dem neuen Ausbildungsplatz in Gossau. (Bild: Benjamin Manser)

Angelina Donati

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@tagblatt.ch

Besonders Welpen können mit ihrem Aussehen bei den Zweibeinern rasch Entzücken auslösen: «Das ist aber ein Süsser», und schon steht fest, dass man für ihn sorgen möchte. Begünstigt wird die Entscheidung auch dadurch, dass seit Anfang Jahr schweizweit keine Hundekurse mehr absolviert werden müssen. Eine solche Teilnahme wird von den Hundetrainern Urs Muff aus Diepoldsau und Sandra Zimmermann aus Abtwil trotzdem empfohlen. Denn die Zahl der Hunde steige: Aktuell sind es rund 30000 im Kanton. Wobei die beiden Hundetrainer der Auffassung sind, dass der obligatorische Kurs zu wenig ausgereift sei. Darum eröffnen sie eine gemeinsame Hundeschule in Gossau.

«Es ist wichtig, die Hunde bereits als Welpen zu sozialisieren. Leider geht das immer mehr verloren», sagt Urs Muff. Das habe auch damit zu tun, dass Leute die Hunde zunehmend aus dem Ausland in die Schweiz bringen. Was zwar gut gemeint sei, sich aber zusätzlich erschwerend auswirken könne. Ein Strassenhund sei sich nun mal nicht an Halsband und Leine gewöhnt. Drohte ihm früher Gefahr, konnte er sich aus dem Staub machen. Heute müsse er sich unfreiwillig seinen Artgenossen stellen, ohne zu wissen, wie er sich verhalten soll. «Das überfordert nicht nur die Hunde, sondern auch ihre Halter», sagt Sandra Zimmermann.

Hunde in jedem Alter beschäftigen

Der Charakter des Hundes sei von grosser Bedeutung und dürfe nicht unterschätzt werden. «Wenn zum Beispiel ein Jagdhund unterbeschäftigt ist, kann er die ganze Wohnung auseinandernehmen.» Je nach Rasse und Alter seien auch die Bedürfnisse des Vierbeiners unterschiedlich. Einfach nur spazieren gehen reiche nicht aus. Dieses Verständnis wollen Urs Muff und Sandra Zimmermann den Hundehaltern weitergeben. «Eine artgerechte Haltung der Tiere ist uns ein grosses Anliegen.» Am einfachsten wäre es wohl, wenn angehende Hundebesitzer sich bei ihnen im Vorfeld informieren würden. Grundsätzlich richten sich die Kurse an Halter von Welpen und Junghunden. Auf spielerische Art werden die Vierbeiner auf die Umgebung vorbereitet. Dazu gehören ein Erlebnisweg und ein kleiner Teich, wo sich die Hunde ans Wasser heran- tasten und erfrischen können. Den Wunsch, eine eigene Hundeschule zu eröffnen, hegte Urs Muff seit geraumer Zeit. Über zwei Jahre lang suchte er vergebens nach einem geeigneten Standort im Rheintal. Nun wurde er mit Hilfe von Markus Dürr endlich fündig: An der St. Galler- strasse in Gossau. Dann ging es plötzlich schnell und innert zweier Monate war alles aufgegleist. Noch werden die letzten Arbeiten auf dem Wiesenabschnitt vollzogen, bis die Schule am 11. Juni öffnet. Dem Umstand, mit der stark befahrenen Strasse auf der einen Seite und dem Schweinestall auf der anderen Seite, kann Urs Muff nur Positives abgewinnen: «Umgebungslärm ist besser als wenn es total ruhig ist. Eine ideale Übung für die Hunde, sich auf etwas zu konzentrieren.»

Die Möglichkeiten, auch nach den Grundkursen, die Hunde weiter zu beschäftigen, etwa mit Wettkämpfen, sind vielfältig, wie die beiden Geschäftspartner sagen. «Auch ein Hund hat nie ausgelernt.» Genau wie auch der Mensch selber, wolle er sich berieseln lassen und etwas erleben.

Tag der offenen Tür

Sonntag, 11. Juni, ab 10 Uhr, Hundetrainingscenter Ostschweiz, St. Gallerstrasse 290, Gossau

www.hundetrainingscenter.ch

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