GOSSAU: Hitzewelle lässt Schulen kalt

Bei Temperaturen, wie sie zurzeit herrschen, hätte man früher hitzefrei bekommen. Heute findet der Unterricht immer statt. Die Schulen versuchen jedoch, den Tagesablauf anzupassen.

Marc Sieger
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Baden statt büffeln: Einige Schulen verlegen den Turnunterricht ins Freibad. (Bild: Coralie Wenger)

Baden statt büffeln: Einige Schulen verlegen den Turnunterricht ins Freibad. (Bild: Coralie Wenger)

Marc Sieger

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So manche Schülerin und so mancher Schüler dürfte sich zurzeit aus dem Klassenzimmer in die Badi wünschen. Hitzefrei gibt es heutzutage an kaum einer Schule mehr. In Gossau findet der Unterricht in jedem Fall statt, wie Schulpräsident Urs Blaser erklärt. Seit 2008 sind die verbindlichen Blockzeiten für Primarschulen in der kantonalen Gesetzgebung verankert. Für Hitzefrei existiere keine rechtliche Grundlage.

Bei grosser Hitze nichts allzu Kopflastiges

Die Schulleiter sehen ebenfalls keinen Grund, den Unterricht wegen hoher Temperaturen ausfallen zu lassen. «Ich frage mich, ob Hitzefrei überhaupt Sinn macht», sagt Stephan Blumer, Leiter der Primarschule Waldkirch. «Wenn die Kinder frei haben, gehen sie oft raus an die Sonne und sind der Hitze genauso ausgesetzt.» Die Lehrer der Primarschule Waldkrich würden den Unterricht aber entsprechend gestalten. «Bei grosser Hitze werden vielleicht nicht allzu kopflastige Aufgaben erteilt», sagt Blumer. Das Turnen könne in den Wald oder ins Schwimmbad verlegt werden.

Ähnlich tönt es bei den Goss­auer Primarschulen. Mit einigen Klassen werde eine Wasserschlacht durchgeführt, andere gehen Schwimmen, erzählt Markus Giger, Schulleiter im Büel und Haldenbüel. Ihm ist es besonders wichtig, dass die Kinder darauf hingewiesen werden, genug zu trinken. Grundsätzlich werde der Unterricht aber normal abgehalten. «In anderen Ländern, wo es ständig heiss ist, findet die Schule ja auch immer statt», sagt Giger. Später im Arbeitsalltag sei die Hitze ebenfalls kein Grund, dem Büro oder der Werkstatt fernzubleiben. «Und die Schule ist ja die Vorbereitung für das Leben als Erwachsener.»

Am Oberstufenzentrum Bünt in Waldkirch versucht man, zu hohe Temperaturen in den Klassenzimmern zu vermeiden. «Wir lüften am Morgen alle Räume gründlich und lassen die Rollläden runter», sagt Schulleiter Raphael Frei. Der Unterricht werde angepasst, Frei ist jedoch wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler dennoch etwas Sinnvolles machen. «Im Fach Natur und Technik gehen wir zum Beispiel in den Wald oder an einen Weiher.»

Schwimmen und Waldlauf an den Sporttagen

Für den Sporttag morgen Freitag hätten sie sich auf das Wetter eingestellt, sagt Frei. Der Anlass wurde vom Nachmittag auf den Morgen verlegt. Die Strecke eines Laufes, den die Schülerinnen und Schüler absolvieren müssen, führt durch den schattigen Wald.

Auch die Gossauer Oberstufen habe die Hitze bei der Planung des kommenden Sporttages berücksichtigt. «Man muss schliesslich Vernunft walten lassen», sagt Thomas Eberle, Schulleiter des Oberstufenzentrums Buechenwald. So sei das Freibad in den Sportanlass eingebunden und man schaue, dass genug getrunken wird. Grundsätzlich habe die Oberstufe Buechenwald aber wenig Probleme mit der Hitze. «Wir haben ein sensationelles Gebäude, mit einer guten Lüftung, die in den Zimmern für ein angenehmes Klima sorgt» sagt Eberle.