GOSSAU: Gossau wehrt sich gegen Lärmschutzprojekt

Der Bund hat ein Lärmschutzprojekt für die Autobahn zwischen Wil und Gossau zur Genehmigung aufgelegt. Der Stadtrat Gossau unterstützt zwar die Lärmschutzmassnahmen, erhebt aber Einsprache gegen das Projekt.

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Die Gossauer Stadträte haben einige Kritikpunkte zu den geplanten Lärmschutzmassnahmen des Bundes. (Bild: Keystone)

Die Gossauer Stadträte haben einige Kritikpunkte zu den geplanten Lärmschutzmassnahmen des Bundes. (Bild: Keystone)

Im Februar ist bei den Autobahn-Gemeinden zwischen Wil und Gossau ein Lärmschutzprojekt öffentlich aufgelegen. In einer Medienmitteilung begrüsst der Stadtrat Gossau die Absicht des Bundes, die Lärmbelastung der Nationalstrasse im Siedlungsgebiet zu reduzieren. Dennoch habe er gegen das Projekt Einsprache erhoben, weil es im Gebiet Gossau auf unsorgfältigen Abklärungen und fehlerhaften Beurteilungen beruhe.

Hofegg: Grenzwerte überschritten
Das Hauptaugenmerk der Einsprache liegt auf dem Gebiet Hofegg und den Friedhof. Gemäss den Projektunterlagen bestehe hier eine erhebliche Lärmbelastung, welche Massnahmen erforderlich macht. Die Immissionsgrenzwerte und die Alarmwerte seien überschritten. "Wer schon an einer Abdankung auf dem Friedhof teilgenommen hat, hat die unzumutbare Lärmsituation selber erlebt", schreibt die Gemeinde. Deshalb beantrage der Stadtrat, dass im Gebiet Hofegg in jedem Fall die bestehenden Lärmschutzmassnahmen in westlicher Richtung bis zur Überführung Lindenbergstrasse verlängert und teilweise erhöht werden. Dies würde auch die Lärmsituation in den Wohnliegenschaften in diesem Gebiet verbessern.

Zu tiefe Verkehrsprognosen
Am Projekt kritisiert der Stadtrat unter anderem die Verkehrsprognosen. Lärmschutz-Projekte seien auf einen Planungshorizont von 15 Jahren nach Realisierung auszulegen, so der Stadtrat. Der Bund siehe die Ausführung für 2020 vor, womit die mutmasslichen Verkehrsmengen im Jahr 2035 massgebend seien. Der Bund ist für das 2010 von einem durchschnittlichen Tagesverkehr von 52'200 Fahrzeugen ausgegangen - tatsächlich seien es jedoch 55'600 Fahrzeuge gewesen.

"Bei einer Verkehrsentwicklung wie in den letzten Jahren dürfte bereits 2020 die dem Projekt für 2030 zu Grunde gelegte Verkehrsmenge erreicht sein", heisst es in der Mitteilung. Unterschiedliche Ansichten hat der Stadtrat auch hinsichtlich Wirksamkeit und Kosten der möglichen Massnahmen. Dies sind insbesondere Lärmschutzdämme oder -wände sowie lärmarme Fahrbahnbeläge. (pd/tn)