GOSSAU: Gewerbe zieht ins Langfeld

Drei oder mehr Gossauer Unternehmen sollen auf der freien Fläche neben den Gossauer Stadtwerken heimisch werden. Beim höchsten Verkaufspreis muss aber das Stadtparlament seinen Segen geben.

Angelina Donati
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Die Fläche zwischen der Firma Mega und den Stadtwerken wird überbaut. Das Wohnhaus und die Bäume müssen weichen. (Bild: Ralph Ribi)

Die Fläche zwischen der Firma Mega und den Stadtwerken wird überbaut. Das Wohnhaus und die Bäume müssen weichen. (Bild: Ralph Ribi)

Auf der Wiese zwischen der Firma Mega, der Autowaschanlage und den Gossauer Stadtwerken werden schon bald hiesige Unternehmen eröffnen. Das mittlerweile leerstehende Wohnhaus wird abgerissen, der Hügel abgetragen und Zufahrtsstrassen werden erstellt. Das sind die Pläne der Stadt Gossau. Sie nämlich besitzt im Langfeld an der Bischofszellerstrasse vier Grundstücke, die zur Industrie- und Gewerbezone gehören. Nun sollen sie zu drei unterschiedlich grossen, «aber gut überbaubaren» Grundstücken zusammenwachsen, teilt der Stadtrat mit. Rund 19 000 Quadratmeter Bauland stehe dadurch für Gossauer Gewerbebetriebe zur Verfügung.

Bereits gebe es auch erste Interessenten. Auf gutem Weg seien die Verhandlungen für den Erwerb des grössten Baubereichs durch die Garagen Neudorf Grünegg. Die GNG beabsichtigt, rund 8400 Quadratmeter zu erwerben. Da der Verkaufspreis von 4,2 Millionen Franken die Kompetenzen des Stadtrats übersteigt, muss der Kaufvertrag vom Stadtparlament abgesegnet werden. Stadtschreiber Toni Inauen geht davon aus, dass das Geschäft in der Dezember-Sitzung besprochen wird.

Weniger Quadratmeter, dafür mehrere Geschosse

Auf dem Langfeld will die GNG neue Ausstellungsräume und Werkstätten für alle bestehenden Fahrzeugmarken VW, Audi, Seat und VW Nutzfahrzeuge realisieren. Zuerst soll das Audi-Zentrum eröffnet werden, der Rest folgt in Etappen. Der heutige Standort an der St. Gallerstrasse wird mit dem Umzug aufgelöst und fremdvermietet. Geschäftsführer Roland Klaus rechnet mit fünf bis acht Jahren, bis der Wegzug vollzogen ist. «Am heutigen Standort sind die Platzverhältnisse eng. Und das hohe Verkehrsaufkommen führt zu einer schlechten Erreichbarkeit.» Die Verkehrsanbindung im Bereich Langfeld sei hingegen optimal: Nahe der Autobahn gelegen und zugleich gut zugänglich vom Gossauer Zentrum her. Vergleicht man lediglich die Bodenfläche, fällt diese am neuen Standort kleiner aus. Dafür aber verteilt sich der gesamte Betrieb auf mehrere Geschosse, wodurch mehr Platz und eine bessere Aufteilung geschaffen werde, wie Klaus sagt.

Ursprünglich habe sich die GNG für einen Standort in der Sommerau interessiert. Weil dort aber die Pläne lange Zeit auf Eis lagen, musste man sich nach anderen Möglichkeiten umsehen, wie Klaus sagt. Er bezeichnet das Langfeld als Glücksfall. «Hier kommt uns ausserdem zugute, dass uns keine Ein- und Ausfahrtsbeschränkungen auferlegt werden.» Verläuft alles Weitere nach Plan und liegt die entsprechende Baubewilligung vor, kann mit dem Bau voraussichtlich im Herbst 2017 oder Frühling 2018 gestartet werden.

Plattenleger zieht vom Mettendorf ins Langfeld

Den zweiten Baubereich im Langfeld hat das Plattenleger-Unternehmen Karl Weil erworben. Bereits Ende Oktober ist gemäss Mitteilung der Vertrag unterschrieben worden. Das Unternehmen will seinen Betrieb an der Tannenstrasse auflösen und im Langfeld neu eröffnen. Damit kommt es zur Rochade mit Regiobus (Tagblatt vom 13. August 2016). Auf dem freiwerdenden Gelände an der Tannenstrasse im Mettendorf will das Busunternehmen seine Betriebszentrale erweitern und das Depot dezentralisieren.