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GOSSAU: Frauennetz spricht über Sex

Die sexuelle Befreiung sei nicht erreicht – im Gegenteil, sagt Vivian Dittmar. In einem Vortrag empfiehlt die Querdenkerin, offener mit Sexualität umzugehen.
Andrea Sterchi
Farbige Zettel mit Stichwörtern führten die Frauen an das Thema heran. (Bild: Benjamin Manser)

Farbige Zettel mit Stichwörtern führten die Frauen an das Thema heran. (Bild: Benjamin Manser)

Andrea Sterchi

redaktiongo@tagblatt.ch

Wie geht richtiger Sex? Ein Patentrezept hat Vivian Dittmar nicht parat. Aber Einsichten, was die gängige Vorstellung von Sexualität bestimme. Mit dem Thema «Sex und Gefühle – wie Intimität entsteht» startete das Frauennetz Gossau ins neue Jahr. Rund 70 Frauen kamen ins Schloss Oberberg, das am Dienstagabend eigens für diesen Anlass seine Türen öffnete.

«Noch nie waren wir sexuell so befreit und gleichzeitig so vereinnahmt von Bildern. Das schränkt uns ein», sagte die Autorin mehrerer Bücher zu den Themen «Gefühle» und »Beziehungen». Diese verhinderten, dass man sich man sich auf ein einzigartiges Erlebnis einlasse. «So versäumen wir es, Sexualität zu leben.» Der Boom der Pornoindustrie in den letzten zehn Jahren habe zu einer Flut von Bildern geführt. Dank Smartphone und Internet seien diese jederzeit abrufbar. Der Konsum habe denn auch zugenommen – bei Männern wie bei Frauen. «Diese Bilder haben immer mehr Macht über uns, sie verändern unsere Vorstellung von Sexualität.» Nur sei dies eine falsche. Was im Film gezeigt werde, sei für die Kamera inszeniert. «Intimität entsteht aber im eigenen Spüren», sagte Vivian Dittmar.

Auch das kulturelle Erbe präge die Vorstellung von Sexualität. Viele seien innerlich gespalten zwischen Sex und Gefühlen. Das verdeutlichten die beiden weiblichen Archetypen: Die Mutter mit ihrer Fähigkeit zu lieben und für andere zu sorgen, und die Hure, die ihre Lust wild und frei lebe. «Für Frauen ist es heute immer noch schwierig, beide in der Praxis zusammenzubringen. Wir sind meist entweder das eine oder das andere.»

Herz und Lust vereinen

Auch die Männer seien gespalten: Einerseits seien sie liebevolle, schützende Väter, andererseits spürten sie diese Triebkraft, ihrer Lust zu folgen. Damit haben Frauen und Männer laut Dittmar die gleiche Aufgabe: Sie müssten zuerst Herz und Lust vereinen. Dazu gehöre auch die geschlechtertypische Aufteilung zwischen Sex und Kuscheln. Für Vivian Dittmar ebenfalls eine ungesunde Dualität.

Wie erreicht man das? «Mit Entschleunigung und offener Kommunikation.» Sich beim Sex Zeit zu nehmen und den Mut aufzubringen, Wünsche auszusprechen. Hierbei helfe ein vorher definierter Rahmen. «Beginnt damit, dem anderen zu sagen, was ihr am Sex oder der Beziehung Wert schätzt», riet Vivian Dittmar den Zuhörerinnen. Mögliche weitere Themen: Sehnsüchte oder geheime Fantasien. Kein Rezept aber einen Rat gab sie den 70 anwesenden Frauen schliesslich mit auf den Weg: «Wir brauchen einen offeneren, entspannteren und spielerischen Umgang mit der Sexualität. Das ist der Schlüssel, der Intimität erst ermöglicht.»

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