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GOSSAU: Erneuerung der Kläranlage Oberglatt ist unausweichlich

Die Kläranlage Oberglatt soll bis 2020 für knapp 20 Millionen Franken erweitert werden. Gossau stimmt am 4. März über einen 11-Millionen-Kredit ab.
Die Abwasserreinigungsanlage Oberglatt muss auf den neusten Stand gebracht werden. (Bild: Beat Schildknecht)

Die Abwasserreinigungsanlage Oberglatt muss auf den neusten Stand gebracht werden. (Bild: Beat Schildknecht)

Der letzte Ausbau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Oberglatt erfolgte zwischen 1999 und 2003. Nun hat sie ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Damit die ARA auch in Zukunft über eine genügende Reinigungskapazität verfügt, muss die biologische Reinigungsstufe erweitert werden. Zudem sind die gesetzlichen Anforderungen an Reinigungsleistung und Gewässerschutz gestiegen: Die bestehenden vier Zellenpaare der Biofiltration sollen deshalb um drei zusätzliche erweitert werden.

Mit modernen Messmethoden können heutige Mikroverunreinigungen wie Medikamente, Kosmetika oder Reinigungsmittel nachgewiesen werden, welche die Gewässerökologie beeinflussen und sich auch im Grundwasser wiederfinden. Viele dieser genannten Stoffe gelangen über das Abwasser in die Reinigungsanlagen und anschliessend in die Gewässer. Die ARA Oberglatt kann diese Stoffe nur schlecht entfernen.

Seit 2016 schreibt die Gewässerschutzgesetzgebung vor, dass grössere Abwasserreinigungsanlagen wie die ARA Oberglatt Massnahmen zur Eliminierung von Mikroverunreinigungen (EMV) treffen müssen. Dazu muss die ARA Oberglatt mit einer zusätzlichen EMV-Stufe nachgerüstet werden. Notwendig sind verschiedene Becken, die auf der Reservefläche erstellt werden.

Der Bund zahlt 75 Prozent der Kosten

Die gesamten Investitionskosten für den Ausbau der ARA Oberglatt werden im Bauprojekt, welches der Abwasserverband den angeschlossenen Gemeinden Gossau, Degersheim und Flawil Anfang Juli 2017 übergeben hat, mit knapp 20 Millionen Franken veranschlagt. Allein der Betrag für die neue Stufe zur Eliminierung der Mikroverunreinigungen macht über 13 Millionen Franken aus – Kosten, welche der Bund zu 75 Prozent übernimmt. Allerdings verfügt er die definitive Subventionszusicherung erst nach der Krediterteilung durch die Gemeinden.

Die Stadt Gossau beteiligt sich mit 55 Prozent der Kosten an diesem Projekt. Am 4. März stimmen die Bürgerinnen und Bürger an der Urne über einen Bruttokredit von knapp 11,1 Millionen Franken ab. Flawil soll brutto 6,5 Millionen beisteuern, abgestimmt wird ebenfalls am 4. März. Degersheim 2,3 Millionen mit Abstimmung am 26. März. (gk/ad)

Orientierungsversammlung Erweiterung ARA Oberglatt, übermorgen Montag, 19.30 Uhr, Lindensaal Flawil

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