GOSSAU: Erfolg auch im Flachland

Der Skiclub Gossau stellt an den U16-Schweizer-Meisterschaften gleich vier Athleten. Die Gründe für den Erfolg liegen nicht nur in der frühen Förderung.

Laura Widmer
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Aline Höpli aus Flawil im ersten Lauf des Riesenslaloms Prodalp–Alter Mittenwald. (Bild: Urs Bucher (16. Januar 2016))

Aline Höpli aus Flawil im ersten Lauf des Riesenslaloms Prodalp–Alter Mittenwald. (Bild: Urs Bucher (16. Januar 2016))

Laura Widmer

laura.widmer@tagblatt.ch

Im Wallis wurden am vergangenen Wochenende die U16-Schweizer-Meisterschaften in den Disziplinen Slalom und Riesenslalom ausgetragen. Im Riesenslalom waren drei Fahrerinnen des Skiclubs Gossau vertreten. Aline Höpli gewann das Rennen und somit auch den Schweizer-Meister-Titel im Riesenslalom. Auch auf das Podest schaffte es Joëlle Kuster als Dritte, Sarah Zoller fuhr auf Rang 4. Ebenfalls dabei war Nico Weber.

Nicht zum ersten Mal schneiden die Athleten des Skiclubs Gossau so gut ab. Seit langem ist der Club für die Nachwuchs­förderung und Erfolge bei den ­Juniorenrennen bekannt. «Beim Skiclub Gossau wird früh angefangen», sagt Roger Pfister, der seit vergangenem Jahr Präsident ist. Bei den Kleinen stehe in den Skikursen jedoch die Vermittlung von Grundlagen und Technik ­sowie die Freude am Skifahren im Vordergrund. Erst später finde die Differenzierung von Freizeitsportlern und Athleten statt. «Man sieht aber schon früh, ob Potenzial da ist», sagt Pfister. Im Skiclub Gossau trainieren Kinder bis zur sechsten Klasse, nachher wechseln sie beispielsweise in die Sportschule. Der Skiclub bleibt dann aber der Heimatklub, ohne den in vielen Wettkämpfen gar nicht gestartet werden kann.

Eltern sind ebenso gefordert wie Athleten

Gründe für den Erfolg des Skiclubs gebe es viele, sagt Pfister. Das Einzugsgebiet sei gross und die sportlichen Erfolge für an­gehende Athleten attraktiv. Das Gesamtpaket, das beim Skiclub geboten werde, funktioniere, sagt Pfister. «Es sind viele Rädchen, die ineinandergreifen», sagt auch der Leiter der Renngruppe, Alex Moser, über den Erfolg. Die Eltern seien ebenso gefordert wie die Athleten und die Trainer, wenn es um das Training und die Wettkämpfe gehe. Bei einem Flachlandklub wie Gossau sei es kein Katzensprung bis zum nächsten Skigebiet. Die Fahrt nach Horn Schwende, wo während der Saison häufig trainiert wird, nimmt rund 30 Minuten in Anspruch. «Für die Athleten ist dies jedoch nicht nur ein Nachteil», sagt Moser. «So machen sie gleich mit verschiedenen Pisten Erfahrungen.» Das komme ihnen bei den Rennen zugute.

2018 feiert der Skiclub das 75-jährige Bestehen. Zu diesem Anlass soll eine generationenübergreifende Feier stattfinden, so Pfister. Als Präsident wolle er weitermachen, wie er als Vize begonnen habe, sagt er. Die sport­lichen Erfolge sollen beibehalten werden. «Klubintern möchte ich das Vereinsleben noch mehr fördern.» Auch Skitage für die Mitglieder seien wichtig. Das Hauptziel des Skiclubs Gossau sei immer noch, eine sinnvolle Freizeit­beschäftigung für die Jugend zu bieten, sagt Alex Moser. «Dass daraus Erfolgsgeschichten wie Aline Höpli entstehen, ist umso erfreulicher.»