GOSSAU: Erdmännchen, Gundis und Shootingstars

Nach jahrelanger Planung und rund zehn Monaten Bauzeit wurde das Savannenhaus im Walter-Zoo am Wochenende feierlich eröffnet. Unbestrittener Star war das Pantherchamäleon. Lob und Bewunderung gab es auch aus Zürich und England.
Corinne Allenspach
Farbenprächtig: Das Pantherchamäleon wechselte seine Farben teilweise im Minutentakt.

Farbenprächtig: Das Pantherchamäleon wechselte seine Farben teilweise im Minutentakt.

Corinne Allenspach

corinne.allenspach@tagblatt.ch

Der Kindergärtler tänzelt freudig von einem Bein aufs andere. «Luäg, Mami, än Dino!» «Das ist kein Dino, das ist ein Chamäleon», erwidert seine Mutter, während sie selber ganz verzückt ist. «Wow, der kann so schön die Farben wechseln. Ich will auch so einen daheim.» Damit ist die junge Frau vermutlich nicht allein. Am Eröffnungswochenende des Savannenhauses sind alle Augen und Smartphones aufs Pantherchamäleon gerichtet. Dieses scheint die Rolle als Shootingstar richtiggehend zu geniessen. Teilweise wechselt es im Minutentakt seine Farben.

Lob und Bewunderung gibt es aber auch für andere, allen voran Familie Federer und das ganze Walter-Zoo-Team. Die gesamte Innengestaltung des Savannenhauses mit seinen naturnahen Gehegen ist vom Team selber gemacht.

Shootingstar Pantherchamäleon: Die farbenprächtige Echse war das häufigste Sujet für Smartphone-Fotografen. (Bild: Corinne Allenspach)
Das Pantherchamäleon war das meist bewundertste Tier. (Bild: Michel Canonica)
Eine Walter-Zoo-Mitarbeiterin posiert mit Ehrengast Giulia Steingruber. (Bild: Michel Canonica)
Ein Tierquiz brachte den Besuchern die Bewohner des Savannenhauses näher. (Bild: Michel Canonica)
Ein Tierquiz brachte den Besuchern die Bewohner des Savannenhauses näher. (Bild: Michel Canonica)
Wer beobachtet hier wen? Eine Begegnung zwischen Kleinkind und Waran. (Bild: Michel Canonica)
Gut getarnt: Die eigentlichen Gundis sehen auf den ersten Blick aus wie Meerschweinchen, sind aber viel flinker und Meister im Klettern. (Bild: Michel Canonica)
Passend zur Eröffnung des Afrikahauses konnten sich junge Zoobesucher afrikanische Zöpflifrisuren machen lassen. (Bild: Michel Canonica (Michel Canonica))
Scharf beobachtet: Die Erdmännchen verfolgen jeden Schritt der riesigen Spornschildkröte. (Bild: Michel Canonica)
Die Gossauer Kunstturnerin Giulia Steingruber gab eine Stunde lang Autogramme und posierte für Fotos. (Bild: Michel Canonica)
Auch Kinderschminken gehörte zum Rahmenprogramm. (Bild: Michel Canonica)
11 Bilder

Walter Zoo eröffnet Savannenhaus

Zookritiker aus England gibt volle Punktzahl

Teilweise sei man durch die ganze Schweiz gefahren, um passende Materialien zu finden, sagt Karin Federer, Zootierärztin und Mitglied der Geschäftsleitung. Die Steine im Gehege der Eigentlichen Gundis etwa wurden extra so gewählt, dass Steine und Fellfarbe praktisch identisch sind. So fühlen sich die Gundis – kleine Nager, die aussehen wie Meerschweinchen – gut getarnt und entsprechend wohl. 20 Tierarten sind im 300 Quadratmeter grossen Savannenhaus eingezogen. 17 davon wohnen neu im Walter-Zoo. Darunter die Erdmännchen, Nacktmullen, Berber-Streifengrasmäuse, Rosenkäfer oder Pfirsichköpfchen. Letztere sind kleine, farbenprächtige Vögel.

Während am Wochenende vor allem Familien mit Kindern das Savannenhaus in Beschlag nehmen – als Ehrengast signiert Giulia Steingruber Autogramme –, sind am Freitagabend zahlreiche geladene Gäste zugegen. Unter ihnen auch Alex Rübel, Direktor des Zoos Zürich. «Unsere Chamäleons sind nicht so farbig», gesteht er neidlos ein. Rübel ist aber nicht nur vom Pantherchamäleon angetan, sondern von der gesamten Anlage. «Es ist schön, mit viel Liebe gemacht», konstatiert er. Lob gibt’s auch von Anthony D. Sheridan, Zookritiker aus England. Er sei begeistert, sagt er. Generell finde er das Design des Savannenhauses sehr schön und dank natürlicher Materialien wie Holz und Lehm ergebe sich ein gutes Raumgefühl. Für die Erdmännchen-Anlage gibt er «im Vergleich zu anderen Zoos die volle Punktzahl», und auch der Engländer räumt ein, noch nie ein so farbiges Chamäleon gesehen zu haben. Das Pantherchamäleonmännchen wohnte zwar schon vorher im Walter-Zoo, eine Zeit lang im Tropenhaus. Dort hat es sich aber nicht so wohl gefühlt, wie Karin Federer sagt. Die Folge: Das Reptil war viel blasser.

Bruno Damann lobt den neuen «Leuchtturm»

1,5 Millionen Franken hat das Savannenhaus gekostet, alles zu 100 Prozent spendenfinanziert. Paul Scheiwiller, bis Juni elf Jahre lang Verwaltungsratspräsident der Walter-Zoo AG und Baukommissionspräsident, betonte am Freitag nochmals, er habe «uh huere Freud», die Anlage als letzte offizielle Amtshandlung eröffnen zu dürfen. «Es ist ein weiterer Meilenstein in der Zoogeschichte.» Regierungsrat Bruno Damann, selber Gossauer und als ehemaliger Präsident des Gönnervereins und Verwaltungsrat eng mit dem Zoo verbunden, gratulierte im Namen der Regierung zum «gelungenen, schönen Werk», das über die Kantonsgrenze hinaus strahle. «Der Walter-Zoo hat wieder einen Leuchtturm.» Nach der Eröffnung des Savannenhauses gönnen sich die Zooverantwortlichen nur eine kurze Verschnaufpause. Noch im September soll Baustart für die neue Löwenanlage sein, Eröffnung dann im Herbst 2018.

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