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GOSSAU: Einmal im Jahr den Fürstenlandsaal nutzen, ohne Miete zu zahlen

Einmal pro Jahr sollen lokale Vereine einen städtischen Raum kostenlos nutzen können. Das will eine Interpellation der Flig. Der Stadtrat ist dieser Idee zugeneigt, nennt aber Bedingungen.
Adrian Lemmenmeier
Die Miete des Fürstenlandsaals ist für manchen Gossauer Verein ein grosser Posten im Jahresbudget. (Bild: Reto Martin)

Die Miete des Fürstenlandsaals ist für manchen Gossauer Verein ein grosser Posten im Jahresbudget. (Bild: Reto Martin)

Bei den Gossauer Vereinen sorgen sie seit langem für Diskussionen: Die Mietpreise für den Fürstenlandsaal. Gut 4100 Franken bezahlte etwa der Jahrgängerverein 1941 – 1950 für seine drei Veranstaltungen, die er im Fürstenlandsaal abhielt. Das entspricht 27 Prozent der jährlichen Vereinseinnahmen.

Diese Zahlen stammen aus einer Interpellation, die Flig-Präsident Alfred Zahner im November eingereicht hat. 28 von 30 Parlamentsmitgliedern haben sie unterzeichnet. Zahner will vom Stadtrat wissen, wie dieser die Nutzung städtischer Räume für Vereine finanziell attraktiver machen will. Auch fragt er, was dagegen spreche, jedem Gossauer Verein einmal pro Jahr einen Raum gratis zur Verfügung zu stellen.

Weniger Veranstaltungen seit Tariferhöhung

Die Interpellation «Überhöhte Gebühren für Vereine» wird am Dienstag im Parlament behandelt. In seiner Antwort zeigt der Stadtrat anhand einer Grafik, dass die Anzahl Tage pro Jahr, an denen der Fürstenlandsaal belegt ist, abgenommen hat, nachdem die Tarife 2012 erhöht worden waren. «Diese Tariferhöhung hatte zur Folge, dass die Gesamteinnahmen kurzfristig anstiegen», heisst im Bericht des Stadtrats. «Zwei Jahre danach wurde aber ein Rückgang der Belegungstage festgestellt.» Somit habe sich die Gesamtsumme der Einnahmen aus Benützungsgebühr und Dienstleistungen im Bereich Facility Management längerfristig nur leicht erhöht (siehe Grafik). Die heutigen Tarife seien auf der Basis des Reglements «Nutzung von städtischen Anlagen» entstanden, welches das Parlament im Juli 2012 erlassen habe. Sowohl die IG Sport als auch die IG Kultur hätten die vorgeschlagene Höhe der Gebühren damals positiv beurteilt. In der Folge habe der Stadtrat 2012 alle Tarifansätze erhöht, jene für «Nutzer mit gewerbsmässigem Hintergrund» sogar massiv.



Wie aber soll es für Gossauer Vereine attraktiver werden, städtische Räume zu nutzen? Der Stadtrat, der die Vereine als «Kitt der Gesellschaft», als «Fundament funktionierenden Gemeinwesens» beschreibt, unterstütze diese bereits heute finanziell. Die Förderbeiträge beliefen sich 2017 auf über 130000 Franken im Bereich Kultur und auf über 100000 im Bereich Sport. Der Stadtrat wolle sich aber nicht nur finanziell beteiligen. Auch wolle man den Zugang zu öffentlichen Gebäuden und Anlagen erleichtern. So soll in Zukunft etwa auf der städtischen Internetseite besser ersichtlich sein, welche Räume verfügbar sind.

Keine Miete für die Hauptversammlung?

Auch Zahners Vorschlag, den Vereinen einmal pro Jahr einen städtischen Raum kostenlos zur Verfügung zu stellen, stösst auf offene Ohren: «Der Stadtrat kann sich, als zusätzliche Wertschätzung lokaler Vereine, eine jährlich einmalige kostenlose Nutzung der städtischen Liegenschaften vorstellen», heisst es im Bericht weiter. Allerdings müsse eine solche Lösung mit Bedingungen verknüpft werden. Denn die kostenlose Nutzung widerspreche dem aktuellen Reglement zur Nutzung von Städtischen Bauten und Anlagen. Diesem zufolge muss, wer einen Raum oder eine Anlage der Stadt benutzt, eine Entschädigung zahlen. Wenn also neu die Vereine Räume gratis nutzen könnten, bedinge dies die Änderung der Rechtsgrundlage. Und dafür wäre wiederum das Parlament zuständig.

Würde das Parlament die Rechtsgrundlage ändern, so wären dem Stadtrat zufolge Massnahmen vorzusehen, damit die kostenlose Nutzung keine unerwünschte Folgen habe. So geht der Stadtrat etwa davon aus, dass Dienstleistungen für Bedienung, Licht- und Tontechnik, Reinigung oder Energieverbrauch für die Vereine auch weiterhin kostenpflichtig wären.

Am Dienstag im Parlament

An der Sitzung des Gossauer Stadtparlaments vom Dienstag, 6. März, sind folgende Geschäfte traktandiert: der 7. Nachtrag zur Gemeindeordnung (Organisation der Stadtwerke); die Kanalvergrösserung und Erneuerung der Beläge an der Winkelrietstrasse; die Erschliessung der Weiler Enggetschwil, Nutzenbuech bis Brüewil; die Interpellation von Werner Bischofberger (SP) zum Bahnhof Arnegg; der 8. Nachtrag zur Gemeindeordnung (Gestaltung Budget); die oben beschriebene Interpellation sowie die Ersatzwahl für die Geschäftsprüfungskommission. (al)

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