GOSSAU: Ein Spaziergang für Helen Alder

Im ersten Wahlgang und mit 1300 Stimmen Vorsprung auf Carla Schelb (SVP) zieht Helen Alder (CVP) in den Stadtrat ein. Die Bisherigen schneiden noch besser ab.

Johannes Wey
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Applaus für die neue Stadträtin Helen Alder Frey beim Wahlapéro im Fürstenlandsaal. (Bild: Benjamin Manser)

Applaus für die neue Stadträtin Helen Alder Frey beim Wahlapéro im Fürstenlandsaal. (Bild: Benjamin Manser)

GOSSAU. Glücklich, aber nicht überrascht, zeigte sich gestern Helen Alder Frey (CVP) ob ihrer deutlichen Wahl durch 3081 Stimmbürger in den Gossauer Stadtrat. Fast 1300 Stimmen trennten sie von Carla Schelb (SVP, 1787 Stimmen), der zweiten Kandidatin, die neu in die Stadtregierung einziehen wollte. Noch besser als Alder schnitten die bisherigen Gaby Krapf-Gubser (FDP, 3438 Stimmen) und Stefan Lenherr (CVP, 3358) ab. Die Stimmbeteiligung lag bei 39,3 Prozent, das absolute Mehr betrug 2308 Stimmen.

«Chancen, dass es im ersten Wahlgang reichen könnte, habe ich mir schon ausgerechnet», sagte Alder gestern nach der Wahl. Ihren Erfolg führte sie auch auf ihren Bekanntheitsgrad als Schulrätin zurück. Das gestrige Warten auf die Resultate habe sich angefühlt, wie früher vor grossen Prüfungen. «Ich wollte einfach die Ergebnisse wissen, egal wie sie aussehen.» Wobei sie sich auch den schlimmsten Fall ausgemalt hatte: «Im ersten Wahlgang geschlagen zu werden, hätte mich extrem enttäuscht.»

Schelb will Niederlage analysieren

Genau diese bittere Erfahrung musste ihre Konkurrentin Carla Schelb machen. «Dass das Resultat so deutlich ausfällt, hätte ich nicht erwartet», sagte sie. Auch sie hätte sich eine Wahl im ersten Wahlgang erhofft. «Nun müssen wir analysieren, wo es geklemmt hat. Denn ich glaube, wir haben einen engagierten Wahlkampf geführt.» Für Carla Schelb endete ihre erste politische Kandidatur mit einer herben Niederlage. Ob sie sich in Zukunft erneut für ein Amt aufstellen lassen will, etwa wie dieses Jahr eigentlich angedacht für den Schulrat, konnte sie gestern noch nicht sagen: «Das ist noch zu weit weg.» Mit Carla Schelbs Nichtwahl bleibt dafür Ehemann Remo im Stadtparlament. Er wurde gestern knapp wiedergewählt. Die SVP hatte im Fall einer Wahl Carla Schelbs in den Stadtrat Remo Schelbs Rücktritt aus dem Parlament angekündigt.

Deutlich wiedergewählt wurde mit 3575 Stimmen Stadtpräsident Alex Brühwiler (parteilos). Sein Konkurrent, der ebenfalls parteilose Taxifahrer und Wirt Bruno Egli, blieb wie erwartet chancenlos. Immerhin brachte er es auf 583 Stimmen, Vereinzelte erzielten 148 Stimmen.