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GOSSAU: Dieses Mal gibt es kein Tröpfchen

Es wäre das dritte «Mädertaler Tröpfli» gewesen. Doch die Frostnächte im Frühling setzten den Reben im Mädertal derart zu, dass die Familie Bernhardsgrütter nur ein paar wenige Trauben pflücken konnte.
Angelina Donati
Trotz Ernteausfall bei den Trauben: Markus Bernhardsgrütter vergeht das Lachen nicht. Er hofft auf eine erfolgreiche nächste Saison. (Bild: Ralph Ribi)

Trotz Ernteausfall bei den Trauben: Markus Bernhardsgrütter vergeht das Lachen nicht. Er hofft auf eine erfolgreiche nächste Saison. (Bild: Ralph Ribi)

Angelina Donati

angelina.donati

@tagblatt.ch

Während am Rebberg beim Schloss Dottenwil in Wittenbach oder St. Michael in Niederbüren erst gerade Hunderte Kilo Trauben geerntet wurden, geht die Familie Bernhardsgrütter in Gossau leer aus. Schuld sind die Frostnächte im April, die generell bei zahlreichen Bauern für eine magere Ernte sorgten. Dass die Weinlese in Gossau aber gleich ganz wegfallen würde, davon war nicht auszugehen. «Die Früchte sind alle verfroren. Ablesen konnten wir sozusagen nichts, nur ein paar wenige Trauben», sagt Markus Bernhardsgrütter. Zu Beginn dieses Jahres hat er den Hof von seinen Eltern Lina und Peter übernommen.

Gerade mal vor einem Jahr zelebrierte die Familie ihren allerersten Wein, das «Mädertaler Tröpfli». Dies, nachdem sie 2010 auf dem Südhang bei ihrem Hof 200 Rebstöcke der weissen Sorte Muscaris angebaut hatten. Dementsprechend gross war die Freude der Jungwinzer, als die ersten Flaschen produziert waren. Dass es jetzt einen Totalausfall gegeben hat, davon will sich Markus Bernhardsgrütter nicht frustrieren lassen. Er siehts pragmatisch: «Das ist nun mal die Natur. Man kann sich über sie ärgern oder es einfach akzeptieren – ändern kann man sie nicht», sagt der Jungbauer, der gerade an einem sonnigen Plätzchen bei den Reben sitzt. «Jetzt wirkt die Pflanze besonders schön mit den herbstlich gefärbten Blättern.»

Wein ist lediglich Nebeneinnahme

Massnahmen, um die Reben vor der Witterung zu schützen, gebe es zwar, wie Bernhardsgrütter weiter erzählt. Etwa Kerzen oder Heizlüfter. Vorerst aber habe die Familie diese im Mädertal nicht eingesetzt. Bereuen müsse man diesen Entscheid nicht unbedingt, denn: «Ein Kollege von mir, der in Basel wohnt, hat Hunderte solcher Kerzen aufgestellt, und trotzdem ist fast alles verfroren.» Nebst dem Ernteausfall musste der Kollege demnach auch noch für die Kerzen aufkommen. «So gesehen können wir womöglich froh sein, dass wir keine weiteren Investitionen getätigt haben», sagt Bernhardsgrütter. «Es ist ein ständiges Abwägen. Und im Nachhinein weiss man immer mehr.»

Nichtsdestotrotz wurden die Reben weiter gepflegt. Allerdings nicht in dem Masse, wie in anderen Jahren. «Da die Ernte ausfiel, haben wir den Zeitaufwand möglichst klein gehalten.» Schliesslich hatte Markus Bernhardsgrütter mit der Übernahme des Betriebes ohnehin zusätzlich jede Menge Arbeit zu verrichten. Darunter die Pflege von 70 Gemüsesorten, die auf dem Hof gedeihen. Bei einigen Sorten setzen Bernhardsgrütters auf unbeheizte Folientunnel. «Sonst wäre wohl auch hier viel mehr verstrupft», ist sich der Jungbauer sicher. Ein wichtiger Betriebszweig wurde mittlerweile auch seine Geschäftsidee «saisonBox» – der Vertrieb von Gemüse- und Früchte an Kunden via Internet. Bernhardsgrütter ist darum froh, dass der «Mädertaler Tropfen» keine Haupteinnahmequelle darstellt.

Hoffen auf die nächste Saison

Wie aber geht es weiter mit den Reben im Mädertal? Nachdem die Blätter nun nach und nach welken, werden in paar Monaten die Triebe etwas zurückgeschnitten. Und so beginnt wieder eine neue Saison. Denn verfrorene Rebstöcke konnte Bernhardsgrütter glücklicherweise keine feststellen. Nur die hartnäckige Essigfliege könnte wiederum Sorgen bereiten. «Natürlich hoffen wir auf eine gute Ernte. Es wäre schön, wenn es das nächste Mal wieder etwas hergibt.» Eine spezielle Kultur sei die Rebe allemal und dementsprechend gross die Freude, wenn man mit einem Glas des hofeigenen Weines oder «Trappas» anstossen könne.

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