GOSSAU: «Die digitalen Kanäle sind wichtig»

Seine Schule wurde zum Thema in seiner Maturaarbeit. Fabian Manser vom Gymnasium Friedberg wollte wissen, inwiefern der Schülerrückgang am Friedberg mit der Markenbekanntheit zusammenhängt.

Lilian Wehrle
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«Durch die Arbeit habe ich gelernt hartnäckig an einer Sache dranzubleiben.» (Bild: Claudio Heller)

«Durch die Arbeit habe ich gelernt hartnäckig an einer Sache dranzubleiben.» (Bild: Claudio Heller)

Lilian Wehrle

lilian.wehrle@tagblatt.ch

Ein leichter Rückgang der Schülerzahlen am Gymnasium Friedberg ist über die Jahre zu beobachten. Diesem Umstand wollte Fabian Manser, der auch dort zur Schule geht, in seiner Maturaarbeit auf den Grund gehen. Mit dem Titel «Zusammenhang zwischen sinkenden Schülerzahlen am Gymnasium Friedberg und tiefer Markenbekanntheit» nahm er sich einer möglichen Ursache an, mit dem Ziel, Klarheit zu schaffen.

Hinter dem Ergebnis steckt viel Arbeit

Bereits sein Vater sowie sein älterer Bruder machten im Friedberg die Matura. «Zu Hause war die Schule öfter im Gespräch. Dadurch nimmt man solche Themen wahr», sagt der 17-Jährige. Zudem hätten ihn betriebswirtschaftliche Zusammenhänge schon immer interessiert. Für Ihn war also von Anfang an klar, dass er in seiner Maturaarbeit einen wirtschaftlichen Aspekt untersuchen wird. Auf den Zusammenhang mit der Markenbekanntheit sei er jedoch durch den FCSG, seinen Lieblingsfussballverein, aufmerksam geworden. Der Fussballfan hat sich vermehrt mit dem Markenauftritt des Clubs beschäftigt und sich gefragt, was alles dahinter steckt. Da der FCSG jedoch zu gross und komplex sei, um eine Maturaarbeit darüber zu schreiben, entschied er sich für die Organisation, in der er selbst Teil ist: das Gymnasium Friedberg.

Um möglichst genaue Schlüsse ziehen zu können, setzte sich Manser in einem ersten Schritt mit der Theorie über die Markenbekanntheit auseinander. Seine Informationsquelle war ein dicker Wälzer von Esch. «Das Buch war anspruchsvoll. Ich musste mir viele Gedanken darüber machen.» Doch genau das sei sehr spannend gewesen. Hinzu kam ein Interview mit dem Rektor, um die Sicht der Schule darzustellen.

Beim Verfassen der Arbeit gab es jedoch auch Hürden zu überwinden. Um die tatsächliche Bekanntheit der Marke «Friedberg» einschätzen zu können, führte der Maturand Strassenumfragen in Gossau und Flawil durch. «Dies war für mich die grösste Herausforderung, da ich 91 fremde Leute auf der Strasse ansprechen musste.» Dies habe ihn viel Überwindung gekostet, sagt Manser. Schliesslich habe sich die Arbeit aber gelohnt. Er sei zufrieden mit dem Ergebnis.

Die wirtschaftliche Karriere geht weiter

Der Maturand zieht folgende Schlüsse aus seinen Untersuchungen: «Das Gymnasium ist vor allem bei jüngeren Leuten sowie in den umliegenden Gemeinden weniger bekannt.» Andere Mittelschulen würden in dieser Hinsicht besser abschneiden. Gerade junge Leute müsse man auf einem moderneren Weg erreichen. «Im Moment findet eine technische Revolution statt. Man muss mehr auf digitale Informationskanäle setzen», sagt Manser. Dadurch würden die Jungen mehr übers Gymnasium erfahren, darüber reden, und die Marke würde an Bekanntheit gewinnen. Weitere mögliche Mass­nahmen seien personalisierte Werbung, Flugblätter und Auftritte in der Zeitung.

Obwohl die Arbeit jetzt abgeschlossen ist, fängt die wirtschaftliche Karriere des Teenagers erst noch richtig an. «Ich werde nach einem Praktikum und dem Militär an der Universität St. Gallen Betriebswirtschaft studieren.» Ob es dann auch Richtung Marketing gehe, wisse er noch nicht. In dieser Zeit könne noch viel passieren.