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GOSSAU: Der Gossauer Stadtradt verzichtet auf die Unterführung am Arnegger Bahnhof

Das Agglomerationsprogramm 2015 bis 2108 sieht am Bahnhof Arnegg eine Unterführung vor. Weil sie doppelt so viel kostet als erwartet, kippt der Stadtrat das Vorhaben. Wenig Verständnis hat die Arnegger Dorfkorporation.
Adrian Lemmenmeier
Auf eine Unterführung am Bahnhof dürfte man in Arnegg noch lange warten. (Bild: Reto Martin)

Auf eine Unterführung am Bahnhof dürfte man in Arnegg noch lange warten. (Bild: Reto Martin)

Am Bahnhof Arnegg gibt es keine Unterführung. Das hätte sich bald ändern sollen. Denn im Agglomerationsprogramm 2015-2018 ist eine solche Unterführung vorgesehen. Eine Million Franken sollte sie kosten, vierzig Prozent davon sollte der Bund übernehmen.

Hätte, sollte, könnte. Denn nun streicht der Gossauer Stadtrat das Vorhaben aus dem Agglomerationsprogramm, wie die Stadt in einer Medienmitteilung schreibt. Der Grund: «Eine Vertiefung des Projekts» habe gezeigt, dass die Unterführung doppelt so viel koste wie angenommen, nämlich 2,1 Millionen. Da der Bund seine Beteiligung am Projekt nicht nachträglich erhöht, müsste die Stadt Gossau die Unterführung grösstenteils selber finanzieren; rund 1,75 Millionen müsste sie locker machen. Diese Kosten stehen gemäss Meldung der Stadt nicht im Verhältnis zum Nutzen der Unterführung. Denn im Gebiet Ruppen, das westlich der Gleise liegt, wohnten gerade einmal 280 Leute. Selbst wenn alle Parzellen bebaut würden, wären es nur 650.

Weshalb aber kostet die Unterführung doppelt so viel wie im Agglomerationsprogramm festgehalten? «Die Zahl von einer Million basiert auf einer Schätzung», sagt Stadträtin Gaby Krapf-Gubser. Seit Anfang Jahr leitet sie das Departement Bau, Umwelt und Verkehr. «Kosten für Bauprojekte im Voraus abzuschätzen, ist stets eine Gratwanderung», sagt sie. Denn wenn man viel in die Projektierung investiere, habe man zwar eine realistische Vorstellung, was das Vorhaben koste; es bestehe aber das Risiko, dass man umsonst viel Geld für eine Planung ausgebe – falls das Projekt dennoch nicht realisiert werde.

Im Fall der Arnegger Unterführung habe man geschätzt statt vertieft zu projektieren. Nun ziehe der Stadtrat die Konsequenzen. Der Entscheid, auf die Unterführung zu verzichten, sei in einer Vernehmlassung von der parlamentarischen Baukommission gestützt worden. Auch habe man die Möglichkeit einer Fussgängerüberführung geprüft. Wegen der Hochspannungsleitung entlang der Gleise sei dies aber nicht möglich.

Dorfkorporation will sich für Unterführung einsetzen

Auf wenig Verständnis stösst der Entscheid bei der Dorfkorporation Arnegg, die nach eigenen Angaben die Interessen der Arnegger gegenüber den Behörden in Gossau vertritt. Er würde es ausserordentlich bedauern, wenn die Unterführung nicht gebaut würde, schreibt Markus Giger, Präsident der Korporation, in einer Stellungnahme. Denn das Gebiet westlich der Gleise habe grosses Wachstumspotenzial.

Die Korporation kenne die genauen Hintergründe des massiven Kostenanstiegs nicht, schreibt Giger weiter. Dass sie Investition nun aber doppelt so hoch sein soll wie geplant, wirke «befremdend».

Er könne nachvollziehen, dass der Stadtrat die Kosten-Nutzen-Frage stelle. Der Verzicht auf die Unterführung verhindere aber eine sichere Verbindung zwischen Ruggen und Ortszentrum. «Der Flaschenhals beim Bahnübergang ist bei zunehmendem Verkehr und wachsender Bevölkerung im Ruppen ein Risikobereich für Fussgänger, Velofahrer und insbesondere Schulkinder», so Giger.

«Eine Unterführung beim Bahnhof ist ein weitsichtiges Projekt für die Zukunft und sollte jetzt realisiert werden», schreibt Giger. Die Dorfkorporation will sich deshalb mit dem Stadtrat und den beiden Arnegger Parlamentariern in Verbindung setzen.

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